PLS-Logo |   Dies & Das zur Stadtplanung — Teil 5
  (Arbeitsplätze)

khd
    Stand:  20.12.2014   (42. Ed.)  –  File: PLS/Ex/PLS_Dies-Das_05.html



Diese Seite ist Teil des Bürger-Portals zur Stadt(ver)planung in Lichterfelde-Süd. Giesensdorf – wie Lichterfelde-Süd früher hieß – ist seit jeher das Stiefkind der (Bezirks-) Politiker. Manche von ihnen wissen noch nicht mal, wo „Giesensdorf“ überhaupt liegt — und entscheiden dennoch über gravierende Bauleitplanungen in dieser Gegend. Man schob und schiebt dort gerne etwas hin, was man in den feineren Wohnquartieren des Bezirks nicht so gerne sieht. [Ständig benachteiligt!]

  Lichterfelde-Süd / Giesensdorf
Ständig benachteiligt!
Eine Abrechnung
 
Auf den „Dies & Das“-Seiten sind Anfragen, Fakten, Schriftwechsel sowie aufschlußreiche Begebenheiten dokumentiert. Den Schwerpunkt dieses 5. Teils bildet die Frage der Arbeitsplätze für Lichterfelde-Süd (Gewerbegebiet).

Die Texte und Daten stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind. Dabei gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis. Archivort ist Houston (USA), wo das „fair use“-Prinzip gilt. Sämtliche Links wurden redaktionell hinzugefügt. Hier sind dokumentiert und manches auch in [Ed:...] kommentiert:

I n h a l t :      
khd-Page


Gewerbe im Planungsgebiet Lichterfelde-Süd

Aus: Annalen der BVV Steglitz-Zehlendorf, 10. Juli 2012 (Kleine Anfrage A. 029/IV in BVV).

BV Herr Rainer Ziffels (SPD) fragte das Bezirksamt am 15.05.2012:

  • 1. Welche Flächen des Grundstücks der CA Immo in Lichterfelde-Süd in m2 sind an welche Nutzer und zu welchen Konditionen (Vertragslaufzeiten usw.) vermietet oder verpachtet?

  • 2. Welche Gewerbebetriebe befinden sich auf diesen Flächen?

  • 3. Wie viele Arbeitskräfte sind in diesen Betrieben beschäftigt?

  • 4. Hat das Bezirksamt Maßnahmen geplant, die sicherstellen, dass die dort ansässigen Gewerbebetriebe durch die Planungen der CA Immo nicht ihre Existenzgrundlage verlieren? Wenn ja, welche?

Bezirksbürgermeister Norbert Kopp antwortete am 6.07.2012:

Zu Frage 1–3: Die bezirkliche Wirtschaftsförderung hat die CA Immo Berlin per Email, auf dem Postweg und mit Rückrufbitte bezüglich der vorgenannten Fragen um Stellungnahme gebeten.

Bis zum heutigen Tag wurde keine Stellungnahme übermittelt.

Zu Frage 4: Auf Einladung des „Aktionsbündnisses Lichterfelde Süd“ fand am 5. Juli 2012 ein Treffen u. a. zum Thema Gewerbegebiet Lichterfelde-Süd statt.

Dabei konnte ermittelt werden, dass die Vertragslaufzeiten der ansässigen Gewerbetriebe sehr unterschiedlich sind und somit zum Teil kein akuter Handlungsbedarf besteht.

Grundsätzlich wurde allen Gewerbetreibenden mit entsprechendem Unterstützungsbedarf im Rahmen dieser Veranstaltung eine zentrale Anlaufstelle angeboten:
Zentrale Email Adresse: wirtschaftsfoerderung@steglitz-zehlendorf.de Zentraler Ansprechpartner: Michael Pawlik, Tel. 90299 5257.

Je nach Themenlage wird das Anliegen in Abstimmung mit dem bezirklichen Unternehmensservice Berlin Partner, der IHK vor Ort sowie der Handwerkskammer weiter bearbeitet.

Die Sprecherin des Aktionsbündnisses hat die betroffenen Gewerbetreibenden über dieses Angebot per Email informiert. Von diesem Angebot wurde bereits Gebrauch gemacht.

Sofern sich neue Erkenntnisstände ergeben, wird im zuständigen Fachausschuss berichtet werden.

[
ALL-Presse-Mitteilung vom 7.7.2012]



21 Betriebe bangen um ihre Existenz

200 Arbeitplätze durch Bebauung in Lichterfelde Süd gefährdet.

Aus: Berliner Woche (Ausgabe Steglitz-Süd) – Nr. 29/2012, 18. Juli 2012, Seite 3 (Lokales).

LICHTERFELDE (KM). Am Rande der ehemaligen Parks Range existiert seit Jahrzehnten ein kleines Gewerbegebiet. Insgesamt 21 Handwerksbetriebe sind entlang der Réaumurstraße/ Landweg ansässig — manche seit über 50 Jahren.

Tischler, Dachdecker, Kfz- Werkstätten, Winterdienst und unter anderem Entsorgungs- Unternehmen beschäftigen hier rund 200 Mitarbeiter. Seitdem die CA Immo AG das 100 Hektar große Gelände am Rande von Lichterfelde Süd erworben hat und ein Wohngebiet entwickeln möchte, hängen die Gewerbetreibenden in der Luft. Die Mietverträge werden nicht verlängert, neue nicht mehr abgeschlossen. Die meisten Mieter haben nur Kündigungsfristen von 3 Monaten.

Von den Plänen des neuen Eigentümers haben die Firmen mehr oder weniger durch Zufall erfahren. Monika Weber zum Beispiel hatte sich 2010 in der Firma ihrer Eltern, dem Holzverarbeitungsbetrieb Hans Weber GmbH, gerade eingearbeitet. Als sie die Genehmigung für einen Neubau auf dem Firmengelände beantragen wollte, erfuhr sie nebenbei, dass es einen neuen Eigentümer und neue Pläne zur Bebauung gäbe. "Das war ein Schock. Ich hatte gerade meine Ausbildung beendet, um ins Unternehmen meiner Eltern einsteigen zu können", sagt die 32-Jährige.

Am meisten ärgert sie, dass sie bis heute eigentlich nichts offizielles gehört hat, was mit dem Gewerbegebiet werden soll. Keiner der Betriebe will unter diesen Umständen. weiter investieren. Ein Umzug würde einige Betriebe in den Ruin treiben. "Eine Übersiedlung ins GVZ Großbeeren würde rund 1,6 Millionen Euro kosten", so Monika Weber. Geld, das der kleine Betrieb mit 9 Mitarbeitern kaum erwirtschaften kann.

Kürzlich hatten die Gewebetreibenden Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) zum Gespräch eingeladen. "Was mit dem Gelände passiert, entscheidet der Flächennutzungsplan. Und der wird von Senat und Abgeordnetenhaus festgelegt", erläuterte Kopp. Der Bezirk habe kaum Mitspracherecht. Er wolle sich aber einsetzen, dass die Gewerbetreibenden über den Planungsfortgang besser informiert würden. Zudem soll einer der Gewerbetreibenden künftig an den planungsvorbereitenden Workshops teilnehmen.

Am 14. August wird Staatssekretär Ephraim Gothe zum Gespräch erwartet. Das Treffen findet um 18 Uhr im Bus-Stop [Ev. Gemeindezentrum], Celsiusstraße 71–73, statt. Anwohner und Gewerbetreibende sind eingeladen.



Das Gewerbegebiet in Lichterfelde Süd

Ein Beitrag und Konzept der dort durch die Wohnungsbau-Planung bedrohten 21 Betriebe.

Von: Arbeitsgemeinschaft der Betriebe, 15. November 2012. Kontakt: m.weber (at) kistenweber.de (Monika Weber).

      Aktuell sind auf diesem Gelände 21 Unternehmen ansässig. Die Hälfte davon wird bereits in 2. oder sogar 3. Generation geführt. Diese haben ihren Firmensitz seit 30 Jahren, eines sogar seit 60 Jahren auf dem Gelände in Lichterfelde Süd.

      Es handelt sich hierbei um ein breites Spektrum an Unternehmen. Dieses reicht von Dachdeckern, Fuhrbetrieben, Hoch- und Tiefbau, KFZ-Werkstätten, KFZ-Lackiererei und holzverarbeitenden Betrieben bis zu Winterdiensten. Die Betriebe stellen Jahr für Jahr rund 200 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und zahlreiche Ausbildungsplätze sicher. Trotz alledem ist das Gewerbe ein ruhiger Nachbar für die Thermometersiedlung, da nur montags bis freitags zwischen 6 Uhr und 17 Uhr Betrieb herrscht. In der Nacht und am Wochenende wird im Gewerbegebiet nicht gearbeitet.

      Jedoch leiden die Unternehmen seit Jahrzehnten unter der unsicheren Planungslage. Die meisten Unternehmen haben einen Mietvertrag, welcher mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten bzw. 1 Monat gekündigt werden kann. Nur 3 der 21 Unternehmen haben einen Mietvertrag, der noch länger als 1 Jahr läuft (bis 2015). Immer wieder neue Planungsgerüchte sorgen stets für Beunruhigung.

      Dieser Umstand bringt große Schwierigkeiten im betriebswirtschaftlichen Sinne für die Unternehmen mit sich. Investitionen verursachen einen hohen Kapitalbedarf und lange Kapitalbindung. Mit den kurzen Mietlaufzeiten bzw. Kündigungsfristen gehen die Unternehmen bei jeder Investition ein hohes finanzielles Risiko ein. Jedoch sind Investitionen aber nötig, um am Markt bestehen und sich ihm anpassen zu können.

      Die Unternehmensnachfolge in den Unternehmen verliert drastisch an Attraktivität, sobald das Mietverhältnis des Unternehmens betrachtet wird. Obwohl die Unternehmen in der glücklichen Lage sind, Nachfolger gefunden und eingearbeitet zu haben, können sie nicht übergeben werden, solange kein langjähriger planungssicherer Mietvertrag vorhanden ist.

      Entscheidet man sich für den Wohnungsbau auf dem heutigen Gewerbegebiet, werden 200 Arbeitsplätze vernichtet. Sie stehen für 200 Familien aus Lichterfelde Süd und Umgebung. Jahrzehnte alte, bis zur 3. Generation geführte Unternehmen müssen ihren Betrieb schließen. Das geschieht nicht, weil eine Misswirtschaft betrieben wurde, sondern weil Ihnen die Existenzgrundlage entzogen wird.

      Die Unternehmer hoffen jedoch immer noch auf eine sichere Zukunft in Lichterfelde Süd, sei es mit langjährigen Mietverträgen oder einer Option, das Firmengelände käuflich zu erwerben.

Eine Gewerbe-Insel am Landweg
^   Vorschlag „Gewerbe-Insel“ der Gewerbe-Betriebe von 2012, um in Lichterfelde-Süd endlich Planungssicherheit für die Unternehmen zu erhalten.
[Satelliten-Foto von 2006]   (Grafik: 2012 – nn)

      Für die Zukunft können sich die Gewerbetreibenden vorstellen, in einer „
Gewerbe-Insel“ konzentriert zu sein. Diese „Gewerbe-Insel“ würde sich entlang des Landweges und einem Teil der Osdorfer Straße erstrecken. Südlich ist sie durch ein Waldgebiet abgegrenzt.

      Ein großer Teil der Gewerbebetriebe sind dort bereits seit mehreren Jahrzehnten ansässig. Die Betriebe entlang der Réaumurstraße würden ihren Standort auf zurzeit nicht vermietete Flächen der Gewerbeinsel verlagern. Somit wäre die direkte Anbindung des Gewerbes an die Infrastruktur gegeben, ohne die Lebensqualität der neuen Bewohner zu beeinflussen.

[00.05.2013: Aktuelle Fassung in PDF mit Liste der Unternehmen
[19.02.2014: Anmerkungen zum Gewerbegebiet]  (Aktionsbündnis)
[23.02.2014: Ein Gewerbegebiet muß sein!]  (Portal-Kommentar)



Bezirksverordnete im Gespräch mit Gewerbetreibenden

Bericht vom Treffen am 15. Februar 2013 / Wie lassen sich in Lichterfelde-Süd Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze sichern?

Aus:
Polit-Laden Celsiusstraße 62, 22. Februar 2013 (Download). Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Original]

LICHTERFELDE-SÜD – 15.2.2013. Es ist ein Erfolg des seit dem Jahr 2010 agierenden Aktionsbündnisses für einen Landschaftspark in Lichterfelde Süd: In dem gerade veröffentlichten Natur- und Artenschutzgutachten des Büros Fugmann & Janotta werden für weite Teile des ehemaligen US-Militärübungsgeländes "Parks Range" in Lichterfelde Süd Naturschutz-Wertigkeiten ausgewiesen, für die "von Seiten des zuständigen Bezirksamts eine Offenhaltung und Unterschutzstellung" vorgesehen wird.

Das Umwelt- und Naturschutzamt Steglitz-Zehlendorf spricht in diesem Zusammenhang auch von "einer für den Artenschutz bedeutsamen Kulturlandschaft". 16 ha der insgesamt 111 ha umfassenden Fläche werden von den Gutachtern als uneingeschränkt, weitere 11 ha als bedingt bebaubar eingestuft. Hierbei handelt es sich um einen Flächenstreifen südlich der Réaumurstraße, der an den beiden Flanken hin zum S-Bahnhof Lichterfelde Süd und zur Osdorfer Straße jeweils breiter wird. [Ergebnis des Gutachtens mit Skizze]

Für die Gewerbetreibenden, die sich ihre Existenzen südlich des Landwegs und der Réaumurstraße aufgebaut haben, ist dies jedoch nicht unbedingt eine erfreuliche Nachricht, denn die Vorboten verheißen nichts Gutes: Vom Voreigentümer der CA Immobilien AG wurden bereits etliche Kündigungen ausgesprochen und aktuell hat keiner der Geschäftsleute einen Vertrag, der eine Mietnutzung über das Jahr 2015 hinausgehend vorsieht. Für einige Gewerbetreibenden würde ein Aufgeben ihres Standorts am Landweg das Ende ihrer Existenz bedeuten.

Geschäftsführerin Monika Weber von "Kisten Weber" rechnet mit Kosten von bis zu 1,6 Millionen Euro, die für einen Umzug und einen Neubau einer Montagehalle, z.B. im Güterverkehrszentrum Großbeeren entstehen würden. Insgesamt sind 21 Betriebe mit über 200 Arbeitsplätzen betroffen, darunter viele Auszubildende aus der Nachbarschaft, der Thermometersiedlung. Einzelne Betriebe werden in der dritten Generation geführt, andere Gewerbetreibende würden bei einer Verlegung eher aufhören, teils aus Altersgründen, teils, weil sich ihr Geschäft aufgrund von staatlichen Umweltauflagen nicht mehr lohne.

Um die Situation der Gewerbetreibenden kennen zu lernen und zu erörtern, trafen sich am 15.02.2013 die Gewerbetreibenden im Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd mit Torsten Hippe, Vorsitzender der CDU-Fraktion, Norbert Buchta, Vorsitzender der SPD-Fraktion und Georg Boroviczény als Mitglied der Piraten-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV).

Nach Betriebsbesichtigungen stand eine abschließende Runde im POLITLADEN auf dem Programm: Übereinstimmend wurde zunächst festgestellt, dass die Bezirks-BVV jetzt und in Zukunft für die Festsetzung eines Bebauungsplans zuständig ist und sich dieses Recht weder von der Senatsebene, noch von Klaus Groth als Grundstückseigentümer und Geschäftsführer der Groth Development GmbH & Co KG. aus der Hand nehmen lassen wolle. [Groth-Gruppe]

Es ginge nun vor allem darum, die "objektiv beste Entscheidung" zu treffen, für die es allerdings Optionen gibt: Erst gegen Ende diesen Jahres soll der Flächennutzungsplan im Abgeordnetenhaus abgeändert werden und so ist eine teilweise gewerbliche Flächennutzung auf dem Gelände aktuell keineswegs ausgeschlossen. Die Gesprächsrunde geht davon aus, dass Groth "zu 100% ohne Gewerbe" auf dem Bebauungsgebiet plane, dass er sich aber sicherlich auch nicht auf einen Planungsprozess über mehrere Jahre hinweg einlassen würde.

Im kommenden Frühjahr wird Groth den Bezirksverordneten seine Planungen vorstellen, und dann wird hieraus, aus den Rahmenbedingungen des Flächennutzungsplans und unter Abwägung der verschiedenen Nutzungsinteressen der Bebauungsplan erstellt. Es wird darauf hingewiesen, dass zwischen einer "einheitlichen sinnvollen Lösung" und "durchaus bestehenden Skrupeln", die Gewerbetriebe aufzugeben, abgewogen werden müsse. Gerhard Niebergall vom Aktionsbündnis bilanzierte, dass die Skrupel zu Protokoll genommen würden. Immerhin würden die Gewerbetreibenden als "Nützlinge" für den Bezirk und Berlin insgesamt angesehen.

Helmut Schmidt vom Aktionsbündnis verwies darauf, dass der Bezirk und auch der Eigentümer selbst die Zukunft von Gewerbebetrieben sichern helfen können. Immerhin würde mit der Ausweisung des Baulandes das Gelände um den Faktor 20 bis 25 wertvoller, bzw. steige der Preis der bebaubaren Fläche von etwa 1,6 Mio. Euro auf bis zu 40 Mio. Euro – und Eigentum verpflichte, so Schmidt. Herr Buchta verwies zudem auf die soziale Dimension, dass in den Betrieben Jugendliche aus der Thermometersiedlung Ausbildungsplätze finden und hier eine besondere Verantwortung des Bezirks liegt.

[Editor: Und wünschenswert wäre es, daß im Rahmen der anstehenden Planungen noch viel mehr gewerbliche Ausbildungsplätze für die Jugendlichen von Lichterfelde-Süd möglich gemacht werden — siehe auch Kommentar vom 20.5.2013].



B V V - A N T R A G   D E R   P I R A T E N

Gewerbebetriebe in Lichterfelde-Süd schützen

[Ed: Noch in den 1980er-Jahren war es völlig klar, daß in Lichterfelde-Süd vorhandene Arbeitsplätze erhalten und neue entstehen sollten. Dieses Wissen scheint verlorengegangen zu sein].

Hinweis auf:
BVV Steglitz-Zehlendorf – Drucksache-Nr. 0550/IV, 6. Mai 2013 (beantragt zur BVV am 15.5.2013). [Zum Antrag]




Portal-Kommentar:

Ein Gewerbegebiet muß sein!

Was bei Lichterfelde-Süd oft vergessen wird. Ein Kommentar auch zur Vorbereitung des offenbar unausweichlichen Normenkontrollverfahrens.

LICHTERFELDE-SÜD – 23.2.2014 (khd/LF_276k). Selbst wenn es dieses Gewerbegebiet am Landweg nicht gäbe, müßte aus sehr grundsätzlichen stadtplanerischen Erwägungen (insbesondere auch soziologischen) auf dem Areal südlich der Thermometer-Siedlung ein (kleines) Gewerbegebiet (GE, kein Mischgebiet) vorgesehen werden — zumal es keine Platzprobleme gibt. Für einen Teil der Bevölkerung der Thermoimeter-Siedlung geht es immer noch ums einst von der Politik versprochene — aber bislang nicht eingelöste — „Wohnen & Arbeiten“.

Investor Klaus Groth plant seine „Gartenstadt“ für ein betuchteres Klientel, das aufs „Wohnen & Arbeiten“ nicht angewiesen ist, denn die künftigen Bewohner werden mit ihren Pkws zur (Büro-)Arbeit in die Stadt fahren. Eine solche Stadtplanung wäre möglich, wenn es die Thermometer- Siedlung (mit ihren von der Politik gezüchteten sozialen Problemen) nicht gäbe. Nun ist sie aber vorhanden und rechtlich durch B-Pläne gesichert. Deshalb muß darauf bei der Planung südlich der Siedlung Rücksicht genommen werden. Und wenn Investor Groth das nicht versteht, dann muß der Staat mit all seiner Macht (u.a. § 1 Abs. 3 BauGB) dafür sorgen, daß die Belange der vorhandenen Bevölkerung planerisch zum Zuge kommen. Das kann auch nicht durch einen Mehrheitsbeschluß in der BVV ausgehebelt werden.

Das Abgeordnetenhaus von Berlin wird über das Gewerbegebiet im Rahmen der Debatte um die
anstehende FNP-Änderung entscheiden, ob es in Lichterfelde-Süd ein GE geben wird — nicht die BVV oder das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf (die können nur Wünsche äußern). Und das Abgeordnetenhaus hat sich seit den 1980er-Jahren regelmäßig für ein Gewerbegebiet in Lichterfelde-Süd ausgesprochen. Daher ist zu erwarten, daß die Volksvertreter auch heute die stadtsoziologischen Notwendigkeiten berücksichtigen werden, sobald diese dort vorgetragen werden und dort Experten angehört worden sind.

Noch ein Wort zu den gewerblichen Unternehmen, die derzeit Investor Groth per Scheckbuch abräumen will. Einige wollen gerne in Lichterfelde-Süd bleiben. Diese sollten jetzt unbedingt die Chance nutzen, ihren konstruktiven Vorschlag der „Gewerbe-Insel“ vom Mai 2013 auch beim Petitionsauschuß des Berliner Abgeordnetenhauses einzureichen. Dieser Ausschuß ist mit besonderen Rechten gegenüber der Regierung (Senat) ausgestattet, die weder Bezirksamt noch BVV haben.

comment! Das kann insofern sehr hilfreich sein, da der Ausschuß eine tiefergehende Untersuchung der Gewerbeflächenfrage in Lichterfelde-Süd beim Senat veranlassen könnte. Denn es reicht nicht, einfach „Wohnungsnot“ zu rufen, um dann zu sagen, wir brauchen neue Wohnungen um jeden Preis. In einer ähnlichen Situation produzierte der Senat 1982 eine ziemlich objektive Analyse, die es ohne Petitionen (u.a. der ULS) nie gegeben hätte und dann damals das weitere Vorgehen prägte. Mit einer neuen objektiven Betrachtung, könnte das Groth-Ansinnen, in Lichterfelde-Süd auf ein Gewerbegebiet zu vezichten, ins Wanken kommen.



Petition der Gewerbe-Unternehmen

An das Abgeordnetenhaus von Berlin, das letztendlich über den Flächennutzungsplan für Lichterfelde-Süd zu befinden hat.

Hinweis auf: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 11. März 2014.. [Zur Petition]




Ergebnis der Gewerbe-Petition

Die Abgeordneten antworteten nur auf der Basis von Stellungnahmen des Senators für Stadtentwicklung und des Bezirks, womit sie nicht dem Problem auf den Grund gegangen sind.

Aus: Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin, Petition Nr. 4553/17, Schreiben vom 25.9.2014.

Sehr geehrter Herr Meise,

die Mitglieder des Petitionsausschusses des Abgeordnetenhauses von Berlin haben Ihre Eingabe vom 11. März 2014 beraten. Darin haben Sie sich für die Festsetzung eines Gewerbegebiets in einem Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das Bauvorhaben Lichterfelde Süd, Bereich Landweg/Osdorfer Straße, eingesetzt.

Zu Ihrem Vorbringen liegen uns Stellungnahmen des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweh vor. Die Stellungnahmen sind zu Ihrer Information
beigefügt, ebenso eine Kopie der Mitteilung – zur Kermtnisnahme – der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum Beschluss des Abgeordnetenhauses über Landschaftsschutz und Wohnungsbau in Lichterfelde Süd konfliktfrei miteinander verbinden. Auf die Ausführungen möchten wir Bezug nehmen.

Wie u.a. dargelegt wurde, wird im Rahmen der Planungsüberlegungen für den genannten Bereich auch der Umgang mit den ansässigen Gewerbebetrieben sowohl auf Senats- als auch auf Bezirksebene diskutiert. Ihr Vorschlag, die verbleibenden Firmen auf einer Fläche an der Ecke Landweg/Osdorfer Straße zu konzentrieren, ist in mehreren Foren und in den Gesprächen mit dem Investor angesprochen sowie in den laufenden Leitbild-Masterplanprozess eingebracht worden.

Ihr Aktionsbündnis ist mit einem Vertreter als Gast am anhängigen städtebaulichen Workshopverfahren beteiligt. Auf Grundlage der abgestimmten Ergebnisse dieses Workshop- Prozesses werden seitens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eine Änderung des Flächennutzungsplanes im Verbund mit dem Landschafts- und Artenschutzprogramms sowie nachfolgend durch den Bezirk Steglitz-Zehlendorf ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt werden. Diese formellen Planungsverfahren erfolgen unter Beteiligung der Öffentlichkeh.

Damit haben Sie in allen Planungsebenen Gelegenheit, die Interessen der Gewerbetreibenden einzubringen. Beim gegenwärtigen Stand des Verfahrens möchten wir Sie bitten, vorerst die Ergebnisse des städtebaulichen Workshopverfahrens abzuwarten.

Die Bearbeitung Ihrer Eingabe haben wir mit diesem Schreiben abgeschlossen und danken Ihnen für das in uns gesetzte Vertrauen. Die Unterstützer Ihrer Eingabe bitten wir in geeigneter Weise über unser Antwortschreiben zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Monika Thamm
(Stellv. Vorsitzende)

Anlagen:
[09.04.2014:
Stellungnahme des Senators für Stadtentwicklung]  (das folgt)
[14.04.2014: Stellungnahme des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf]  (Stapl 1)
[24.06.2014: Senats-Bericht zur Planung in Lichterfelde-Süd]  (SenStadtUm)




Statement der Groth-Gruppe

Mitgeteilt von Thomas Groth am 6. November 2014 beim 3. Bürger-Dialog.

Aus:
Protokoll des 3. Bürger-Dialogs, Seite 9.

Frage: Was passiert mit den heutigen Gewerbemietern?

Thomas Groth: Mit allen Gewerbetreibenden wurden von Seiten der Groth-Gruppe Gesprache mit dem folgenden Ergebnis gefuhrt:




Dies & Das zu Lichterfelde-Süd:
[1: Politik]  [2: Bauleitplanung]  [3: Natur & Erholung]
[4: Bauen & Wohnen]  [5: Arbeitsplätze]  [6: Verkehr]  [7: Sozialraum]
[8: Chronik]  [9: Juristerei]  [10: Umwelt & Klima]


—  Powered by khd-research.net  —
(Toronto/Houston)





Rubriken auf »pruefstein-lichterfelde-sued.de«
  • Startseite | Wegweiser
  • Das Planungsgebiet | Teil 2
  • Landschaftsplan XII-L2
  • Thermometer-Siedlung
  • Panorama Lichterfelde-Süd
  • FORUM – AKTUELL | POSTEN
  • 2012 | 2013 | 2014 | 2015
  • Alle Gutachten
  • Kritik am FNP
  • Prüfsteine (Liste)
  • Dokus: <2010 | 2010 | 2011
  • Dokus: 2012 | 2013 | 2014
  • BI „ALL“ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
  • CA Immo | Groth-Gruppe
  • Dies&Das | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
  • Foto-Galerien
  • Foto-Verzeichnis
  • Karten-Verzeichnis
  • Artikel-Verzeichnis
  • References (Link-Liste)
  • Zur Site-map von »pruefstein-lichterfelde-sued.de«

      Zum Teil 6

    © 2009-2014  – Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 20.12.2014 23:12 Uhr