PLS-Logo |  Aktionsbündnis Landschaftspark
 Lichterfelde Süd — Teil 8

khd
    Stand:  26.7.2014   (33. Ed.)  –  File: PLS/ALL/ALL_Mitteilungen_08.html



ALL-Umweltpreiso Diese Seite ist Teil des Bürger-Portals zur Stadt(ver)planung in Lichterfelde-Süd. Giesensdorf – wie Lichterfelde-Süd früher hieß – ist seit jeher das Stiefkind der (Bezirks-) Politiker. Manche von ihnen wissen noch nicht mal, wo „Giesensdorf“ überhaupt liegt — und entscheiden dennoch über gravierende Bauleitplanungen in dieser Gegend. Man schob und schiebt dort gerne etwas hin, was man in den feineren Wohnquartieren des Bezirks nicht so gerne sieht. [Ständig benachteiligt!]

ALL-Logo Hier sind einige Mitteilungen des „Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd“ (ALL) dokumentiert, das für die Texte verantwortlich zeichnet. Das Aktionsbündnis hat sich ab Herbst 2010 zur Abwehr der in Lichterfelde-Süd geplanten Großstil-Naturzerstörung gebildet und ist seit 2012 Träger des „Berliner Umweltpreises“. Eine Selbstdarstellung des Aktionsbündnisses ist im 1. Teil dokumentiert. Sämtliche Links wurden redaktionell hinzugefügt. Hier sind dokumentiert und manches auch in [Ed:...] oder [...] kommentiert:

I n h a l t :      


Zum Senats-Bericht
„Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013“

Anmerkungen zum aktuellen Armutsbericht Berlins.

Von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 16. Mai 2014 – 15.23 Uhr MESZ. [Kontakt]

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt hat am 14. Mai 2014 Ihren Bericht "Monitoring Soziale Stadtentwicklung 2013" presseöffentlich vorgestellt. In dem Bericht wird unter anderem die Entwicklung von Sozialindkatoren (Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigigkeit, Transfersbezug und Kinderarmut) nach dem 31.12.2010 bis zum 31.12.2012 bis hinunter zu "sozialräumlich orientierten Lebenswelten" dargestellt. [Tagesspiegel-Bericht dazu]

Großräumlich diagnostiziert der Bericht eine allgemein positive Gesamtentwicklung, wobei sich allerdings der Anteil der Bezieher öffentlicher Transfersleistungen an der Gesamtbevölkerung von 13,6 % auf 13,4 % kaum verringert. Keine positive Entwicklung gibt es unter anderem in Teilen von Reinickendorf und Spandau sowie in bestimmten Hochhausquartieren. Aussagen zu Steglitz-Zehlendorf fallen im verbalen Teil des Berichts nicht auf. Auch die Thermometer-Siedlung wird wegen ihrer relativen Kleinräumigkeit nicht besonders bewertet.

In der als Anlage beigefügten Tabelle "Index-Indikatoren nach Status und Dynamik – auf Ebene der Planungsräume 2012" erscheinen die entsprechenden Quartiere von Steglitz-Zehlendorf auf den Seiten 7 und 8. Die Thermometer-Siedlung finden sie auf Seite 7 unter der Nr. 06020407. [Armut in der Thermometer-Siedlung]

Nach den Indikatoren Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Transfersbezieher und Kinderarmut ist die Thermometer-Siedlung nach wie vor in Steglitz-Zehlendorf unangefochtener Spitzenreiter. In der benachbarten Woltmann-Siedlung bestehen im Grunde gleiche soziale Verhältnisse. Weil dieses Wohngebiet aber im Planungsraum "Lichterfelde-Süd" [Ed: korrekt ist PLR-Nr. 06020411 = "Schütte-Lanz-Straße"] mit Einfamilienhaus-Wohngebieten zusammengefasst dargestellt wird, werden die sozialen Verhältnisse der Woltmann-Siedlung auch auf dieser Ebene nicht mehr sichtbar [Ed: übrigens, wg. der Mittelung mit Gutem auch das Problemviertel "Zehlendorf-Süd" nicht mehr].

Mit großem Interesse wird zu verfolgen sein, wie die anstehende städtebauliche und landschaftsplanerische Entwicklung von Lichterfelde-Süd die Erkenntnisse des Monitorings zum sozialräumlichen Umfeld mit verarbeitet. Dabei wird der in der Anlage beigefügte Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin vom 20. Februar 2014, Nr. 2014/43/21 "Landschaftsschutz und Wohnungsbau in Lichterfelde-Süd konfliktfrei verbinden" (Drucksache 17/1442) wohl nicht unbeachtet bleiben können.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Niebergall

ANHANG: Auf eine Spiegelung der Tabelle wird verzichtet, da es bereits auf diesem Portal einen Auszug „Armut in der Thermometer-Siedlung“ gibt. Die oben zitierte Gesamt-Tabelle kann über diese Senats-Seite heruntergeladen werden.



Städtebaulicher Workshop der Groth-Gruppe

Anmerkungen zur Einführung in den Workshop zur städtebaulichen Entwicklung von Lichterfelde-Süd am 7. Mai 2014.

Von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 1. Juni 2014 (Eingang). Alle Links wurde erst in dieser Dokumentation redaktionell hinzugefügt. [Kontakt] [Original in PDF]

Neben vielen erfreulichen Annäherungen zwischen den Positionen in der bisher bekannt gewordenen Planung und den Zielen des Aktionsbündnisses müssen doch einige noch zu überprüfende Differenzen genannt werden:

1. Flächenaufteilung zwischen zukünftigem Bauland und Grün

Der
Letter of Intent geht ohne jede Begründung von einer bebaubaren Fläche von 39 ha aus, obwohl das vom Bezirk beauftragte Gutachten von Fugmann-Janotta lediglich 16 ha als möglich ansieht und zusätzlich höchstens 11 ha mit Bedenken als bebaubar nennt. Dies stellt aus Sicht des Aktionsbündnisses eine Belastung für den gesamten Planungsprozess dar.

2. Zum Nutzungskonzept: Gewerbliche Nutzungen

Dem Hinweis auf Seite 26 [der
Aufgabenstellung/Ausschreibung]: „Zurzeit finden diesbezügliche Gespräche mit den ansässigen Gewerbebetreibern statt.“ wird von den Betroffenen heftig widersprochen. Bis auf 4 von über 20 Betrieben sehen zurzeit keine Betriebe eine Zukunft außerhalb von Lichterfelde Süd.

Es ist daher von einer Mindestfläche von ca. 4 ha für die bestehenden Betriebe und nicht von 10.000 qm auszugehen. Die Betriebe sind sämtlich mit der Wohnnutzung in der unmittelbaren Nachbarschaft der Thermometersiedlung verträglich.

3. Planungsaufgabe „Grüne Mitte“

Die Planungsaufgabe unterscheidet zwischen einer Fläche von 39 ha für Wohnquartiere und 57 ha für die „Grüne Mitte“ (siehe S. 23). Die Darstellung auf Seite 24 : „Die Erlebbarkeit der Grünen Mitte ist u. a. durch einen Fuß- und Radweg entlang der Grenzen herzustellen.“ bestätigt bestehende Befürchtungen bei den Bürgerinnen und Bürgern, dass sie auch in Zukunft auf das seit über 20 Jahren in den Planungsunterlagen des Landes Berlin als notwendig erachtete Naherholungsgebiet de facto verzichten müssen.

Das Aktionsbündnis ist sich mit dem BUND einig, dass Lösungen für die Bewahrung der besonderen schutzwürdigen Belange der Grünen Mitte gefunden und praktiziert werden müssen — aber eben für alle jetzigen und zukünftigen Bewohner in der nahen und weiteren Umgebung. Ein Rad- und Fußweg darum herum wäre eine zusätzliche Option.

4. Autoarme Stadt

In der Planungsaufgabe wird die verkehrliche Erschließung aus Sicht des Aktionsbündnisses noch immer nicht realistisch dargestellt. Die Belastbarkeit von Lichterfelder Ring, Osdorfer Straße, Ostpreußendamm muss wesentlich großräumiger und mit zusätzlichen Verkehrsströmen in Zukunft in das Land Berlin am Morgen und aus demselben heraus am Nachmittag betrachtet werden. Hier ein schon heute beobachtbares Verkehrschaos zu vermeiden erscheint bei der genannten zusätzlichen Bewohnerzahl utopisch. So wünschenswert aus ökologischer Sicht eine autoarme Stadt auch sein mag, in der Realität sind bisher keine Ansätze bekannt, die letztlich dieses Ziel erreicht haben.

Zudem sind alle Aussagen zur verkehrlichen Anbindung mit Bussen im Zusammenhang mit der wahrscheinlichen Verkehrssituation zu verbinden. Auch die S-Bahnverbindung hat ihre kapazitiven Grenzen durch mehrere eingleisige Abschnitte, die einer Erhöhung der Taktfrequenz entgegenstehen.

5. Zur Wohnbebauung

Zur Wohnbebauung sind aus Sicht des Wohraumbündnisses Steglitz-Zehlendorf bereits bei dessen Gründung in Anwesenheit des zuständigen Stadtrats Defizite genannt worden, die in der Planungsaufgabe berücksichtigt werden sollten. Der diesbezügliche Beschluss des Wohnraumbündnisses lautet:

Ausreichend bezahlbarer Wohnraum in Parks Range:
Bezirkliche Chancen jetzt nutzen — Defizite abbauen.

Die Entwicklung eines neuen, großen Stadtteils in Lichterfelde-Süd mit bis zu 2.700 Wohnungen — dem größten aktuellen Bauprojekt in Berlin — bietet dem Land und vor allem dem Bezirk große Chancen, gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer, eine beispielhafte städtebauliche Entwicklung zu gestalten und unbestreitbare Defizite im Wohnungsangebot des Bezirks zu mindern.

Wir fordern die politisch Verantwortlichen im Bezirk auf, die Planungsaufgabe in den nun beginnenden Workshop-Verfahren zur Entwicklung der neuen Wohnquartiere mit zu gestalten und insbesondere folgende Ziele aufzunehmen:

  • Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum,
  • mindestens 30 % für Menschen mit geringem Einkommen.
  • Barrierefreie Gestaltung der Innen- und Außenbereiche.
Werden diese Ziele nicht in die Planungsaufgabe aufgenommen, kann man nicht erwarten, dass die geforderten städtebaulichen Entwürfe diese Gesichtspunkte enthalten — eine große Chance für eine soziale Stadtentwicklung wäre vertan. (Steuerungsgruppe Wohnraumbündnis Steglitz-Zehlendorf, Dr. W. Glück, Zephir e.V.)

Helmut Schmidt
im Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd



Wie weiter mit Lichterfelde-Süd

Anmerkungen zu aktuell eingetrudelten Gutachten.

Aus: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 2. Juni 2014 – 13.45 Uhr MESZ. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt.


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde!

Die anliegende vom Bezirksamt beauftragte Bestandsaufnahme "Verkehr LiS Dez 2013" unterstreicht, dass das Straßennetz in Lichterfelde-Süd nicht störungsfrei eine Aufnahme von zusätzlichem automobilen Individualverkehr aus einem von der Groth-Gruppe geplanten neuen Stadtteil mit bis zu 2.700 Wohnungen und aus einem Ausbau der Osdorfer Straße Richtung Heinersdorf aufnehmen könnte.

Geradezu skandalös sind Erwägungen des Bezirkamtes, die bestehende Verbindung für Fußgänger und Radfahrer von der Buswendekehre am Ostausgang des S-Bahnhofs Lichterfelde-Süd zur Kirschbaumallee und zum Mauerrundweg zu unterbrechen, weil sich die Stadt Teltow um die Vermietbarkeit am S-Bahnhof Teltow Stadt geplanter Fahrrad-Aufbewahrungscontainer sorgt. Dass wohl auch Herr Groth keinen Durchzug von Fußgängern und Radfahrern durch seine entlang der Bahntrasse geplanten Quartiere wünscht, darf wohl auch unterstellt werden.

Auf den auf http://pruefstein-lichterfelde-sued.de/ unter "Gesamtkonzept für Lichterfelde-Süd" dokumentierten Entwurf eines landschaftplanerischen Masterplans (von hier aus großen Dank an den Informanten/die Informantin) weise ich hin.

Weniger der Verkehr als der Umgang mit Natur und Landschaft werden die Stolpersteine sein, an denen das durch den "Letter of Intent" zwischen Herrn Groth und Bezirksbaustadtrat Norbert Schmidt vereinbarte überdimensionierte städtebauliche Vorhaben in Lichterfelde-Süd spätestens vor Gericht scheitern werden [Ed: zumal auch dieses ganze Konstrukt einer „Grünen Mitte“ sehr offensichtlich nur die Vorhaltefunktion für eine spätere Bebauung haben soll — dann, wenn dort alle FFH-Arten ausgestorben sind und kein teurer Ausgleich mehr erfolgen muß].

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Niebergall



Berichte von den Workshops

Kurzberichte über den „Workshop zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts“ vom 7. Mai 2014 sowie den „Workshop zur Grünen Mitte“ vom 20. Mai 2014.

Aus: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 9. Juni 2014 – 22.49 Uhr MESZ. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt.


1. Städtebaulicher Workshop am 7.5.2014

Im Workshop zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts vom 7. Mai 2014 wurde den beteiligten Architekturbüros erstmals das zu beplanende 96 ha große Grundstück im Rahmen einer Busrundfahrt vorgestellt. Ein Plan über das für eine Bebauung vorgesehene Gebiet lag zu diesem Termin nicht vor und war auch noch nicht naturschutzfachlich/naturschutzrechtlich abgestimmt.

Die Architekten werden von Herrn Groth u. a. auch gebeten, in einem sogenannten Branding Vorschläge für die künftige Bewohnerstruktur des neuen Stadtteils zu unterbreiten. Herausforderungen für das geplante Bauvorhaben sind aus Sicht von Herrn Groth die Thermometer-Siedlung mit ihrem sozialen Gefüge sowie Lärmimmissionen (Osdorfer Straße/Bahnanlagen).

Um den Innenbereich des geplanten neuen Stadtteils vor Lärm zu schützen, ist entlang der Osdorfer Straße eine 4-geschossige und entlang der Bahnanlagen eine mindestens 4-geschossige geschlossene Bebauung vorgesehen. Durch diese Form einer Bebauung hielt ein von der Groth-Gruppe beauftragter Gutachter für das Wohngebiet westlich der Bahnanlagen eine zusätzliche Lärmbelastung in Form von Schallreflektionen in Höhe von 0,5 dB(A) für möglich.

Den Sportlärm von den vorhandenen Sportflächen am Landweg sollen nun nicht die dort noch bestehenden Betriebe sondern künftig u. a. Kitas abpuffern (Lärm zu Lärm). In den lärmbelasteten Bereichen des neuen Stadtteils sollen Mietwohnungen entstehen. Der ruhigere Innenbereich ist für Wohneigentum vorgesehen.

Entlang der Bahnanlagen streben die Groth-Gruppe und das Bezirksamt erhebliche
Eingriffe in dort aufgewachsenen Wald an. Die Landesforstbehörde müsste dazu einer Umwandlung von Wald in Bauland zustimmen.

Weil insbesondere die Osdorfer Straße nach Auffassung des Bezirksamtes im Berufsverkehr nahezu bis zu ihrer Belastungsgrenze ausgereizt ist, wird der vorgesehene neue Stadtteil autoarm geplant. Eine von der Groth-Gruppe beauftragte Studie nimmt deshalb in Mittelwerten an, dass 30 % der Bewohner des neuen Stadtteils zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil sind, 40 % den öffentlichen Nahverkehr nutzen und 30 % automobil sein werden. Es dürfen Zweifel angebracht sein, ob am Stadtrand eine solche erwartete Verkehrsverteilung realistisch ist.
[siehe auch: Offizielles Protokoll dieses Workshops]


1. Landschaftsplanerischer Workshop am 20.5.2014

Das aktuelle Zitat:
     
„Ein Baugebiet von unter 39 Hektar lohnt sich nicht für uns.“

So begründete Immobilien-Kaufmann Klaus Groth am 20.5.2014 laut Kurzbericht die Festlegung der Bebaubarkeit seines Parks- Range-Areals in Lichterfelde-Süd vom April 2013, obwohl die gutachterliche Empfehlung 16 ha (allenfalls mit Auflagen 27 ha) ist.

Im Workshop „Grüne Mitte“ stand wieder einmal die Frage an, wie es — im Gegensatz zu den Empfehlungen aus der vom Bezirksamt beauftragten Fugmann/Janotta- Studie — nach dem „
Letter of Intent“ zu einem geplanten Baugebiet von 39 ha komme. Unwidersprochen vom Bezirksamt teilte dazu Herr Groth mit, dass sich unter dieser Größenordnung ein Baugebiet in Lichterfelde-Süd für ihn nicht lohne.

Die für eine Abgrenzung des künftigen Baugebiets von einem (vorerst) baufreien Bereich („Grüne Mitte“) erforderliche Kartierung (Rasterfahndung nach zu schützenden Arten) wird voraussichtlich erst im Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Deshalb ist derzeit nicht absehbar, in welchem Umfange Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und ggf. kostensparende Sofortmaßnahmen zu erwarten sind bzw. drohen. Der für Artenschutz im Hause SenStadtUm zuständige Experte wies darauf hin, dass viele Arten einer Abwägung nicht zugänglich sind.

Im Workshop „Grüne Mitte“ wurde angesprochen, dass zur Erhaltung der Biodiversität und Artenvielfalt eine weitaus größere Fläche nach dem bisherigen Konzept beweidet werden müsse als die zwischen Groth und der Reitgemeinschaft 2013 vereinbarten maximal 20 ha. Das nun bekannt gewordene Protokoll berücksichtigt nicht diesen Diskussionsstand.

Protokolliert ist hingegen die Forderung, dass der Durchgang von der Thermometer-Siedlung zur Kirschbaumallee und zum Mauerweg weiter bestehen bleiben müsse. Herr Bezirksstadtrat Schmidt hatte diesen Durchgang mit der aberwitzigen Begründung in Frage gestellt, weil sich die Stadt Teltow widrigenfalls um die Vermietbarkeit am S-Bahnhof Teltow Stadt vorgesehener Fahrrad- Aufbewahrungscontainer sorge.

Die Forderung des Aktionsbündnisses, im Rahmen der Planung für einen neuen Stadtteil auch die bisher fehlenden wohnungs- und siedlungsnahen Naherholungsflächen zumindest für die Bewohner der Thermometer-Siedlung nachzuweisen, fehlt in dem Protokoll. Der Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin vom 20. Februar 2014, nach dem im Rahmen des in Lichterfelde-Süd geplanten Vorhabens Defizite in den umliegenden Wohngebieten ausgeglichen werden sollen, unterstützt diese Forderung. Das Vorbereitungspapier zum Workshop am 7. Mai 2014 sieht hingegen nur Naherholungsflächen vor, die allein für den Bedarf der erwarteten Einwohner des neuen Stadtteils berechnet sind.
[siehe auch: Liste der Teilnehmer am Workshop]


Weitere Workshop-Termine

Im Workshop-Verfahren sind derzeit folgende weitere Termine bekannt:
  • 18. Juni 2014: Vorstellung erster, vorab von der Groth-Gruppe gesichteter, Architektenentwürfe.
  • 4. Juli 2014: Im wesentlichen Befassung des Workshops „Grüne Mitte“ mit diesen Entwürfen.
  • 27. August 2014: Vorstellung fortentwickelter Architektenkonzepte.
  • 9/2014: Workshop „Grüne Mitte“.
  • 19. September 2014: Abschlusspräsentation eines städtebaulichen Konzepts.
  • 10/2014: Workshop „Grüne Mitte“.



P R O T E S T - A U F R U F

Lichterfelde-Süd:
JETZT HANDELN !

Ein Ergebnis der letzten Workshops der Groth-Gruppe, die planerisch voll durchmarschieren will.

Aus: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 29. Juni 2014 – 18.49 Uhr MESZ von HELMUT SCHMIDT. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt.


Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter!

Es ist so weit: Groth und Bezirksamt planen die Zukunft von Lichterfelde-Süd. Interessen von Bürgerinnen und Bürgern werden weder von der Groth-Gruppe, noch vom Bezirksamt und auch nicht von der Mehrheit der BVV ernsthaft beachtet oder gar berücksichtigt — CDU und GRÜNE verweigern sogar Debatten über Anträge der SPD zu Planungszielen für die Entwicklung von Lichterfelde-Süd. [Stadtplanungs-Diskussion ist "Zeitraub"]

In der Anlage zu dieser Mail erhalten Sie meinen Bericht zum Stand der Zukunftsplanung für Lichterfelde-Süd in den ersten "Workshops" der Groth-Gruppe, an denen ich teilgenommen habe. [Die Pläne für Lichterfelde-Süd]

Jetzt ist der richtige, vielleicht sogar der letzte Zeitpunkt, an dem Bürgerinnen und Bürger Einfluss nehmen können auf die Vorlagen zum Bebauungs- und Flächennutzungsplan, vor allem zu der Zahl der Wohneinheiten und damit zur Zunahme des Verkehrs, zur Öffnung und Nutzung der Parks Range für Spiel, Sport und Naherholung, zum Erhalt von Gewerbebetrieben, zum nachbarschaftlichen Miteinander mit den neuen Bewohnern und und und...

Engagieren Sie sich und senden Sie und Ihre Familienangehörigen, Ihre Freunde und Bekannten, Ihre Nachbarn und Mitbewohner jeweils eine E-MAIL an die verantwortlichen Politiker und die Planer im Bezirk. Dazu brauchen Sie nur die folgenden E-Mail-Adressen [auf einen Schlag] in das Adressfeld zu kopieren:
 
 info@fraktion-steglitz-zehlendorf.de, 
 wolfgangfischer01@gmx.de, 
 walther.dieter@t-online.de, 
 utehahnfeld@googlemail.com, 
 ulrich.menzel@t-online.de, 
 t_hippe@hotmail.com, 
 sitter-pozin@arcor.de, 
 roegnerfrancke@web.de, 
 oliver.rolle@berlin.de, 
 KarenWirrwitz@gmx.net, 
 jens-kronhagel@t-online.de, 
 j.perduss@gmx.de, 
 froehlich-ralf@versanet.de, 
 dr.claudia.wein@googlemail.com, 
 David@Eckel.de, 
 christine.moegling@googlemail.com, 
 barbara.eberl@garbe.biz, 
 b.luecke@cdusz.de, 
 anwaltskanzlei@bln.de, 
 fraktion@gruene-suedwest.de, 
 carsten@gruene-suedwest.de, 
 svea@gruene-suedwest.de, 
 jonas@gruene-suedwest.de, 
 hajoe.henning@gruene-suedwest.de, 
 uwe@uwekoehne.de, 
 jacqueline@gruene-suedwest.de, 
 Maren@gruene-suedwest.de, 
 steffen.selicko@gmx.de, 
 nina@gruene-suedwest.de, 
 lukas@gruene-suedwest.de, 
 tonka@gruene-suedwest.de, 
 post@spd-fraktion-steglitz-zehlendorf.de, 
 post@piratenfraktion-sz.de, 
 helmut.max.schmidt@web.de

Einen Entwurf für diese E-MAIL füge ich hier an. Sie können und sollten Ihre eigenen Schwerpunkte für Forderungen an Politiker und Planer setzen:


Sehr geehrte Frau Bezirksverordnete,
sehr geehrter Herr Bezirksverordneter
von Steglitz-Zehlendorf!

Mit Sorge verfolge ich die Planungen für die weitere Entwicklung von der ehemaligen Parks Range und seiner Umgebung in Lichterfelde- Süd. Als Anwohner fordere ich die Einbeziehung unserer Interessen in den Planungsprozess.

Die vorgesehene, massive Bebauung von bis zu 2.700 Wohnungen setzt auf vielfältige Weise unsere Lebensqualität in Lichterfelde- Süd herab. Die berechtigten Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner werden bisher in keiner Weise berücksichtigt, die Beteiligung einzelner Bürger an den vorbereitenden Planungen sind ohne erkennbare Wirkung auf die Planungsziele geblieben.

Ich fordere Sie auf, folgende Grundsätze in die Planvorgaben durch entsprechende Beschlüsse der Bezirksverordnetenversammlung aufzunehmen:

1. Natur erhalten und für die Naherholung von Bürgerinnen und Bürgern öffnen:

- Die bestehende Naturlandschaft mit ihrer Artenvielfalt schützen und als Landschaftsschutzgebiet Landschaftspark Lichterfelde- Süd sichern.
- Die ehemalige Parks Range für in der Natur Erholung Suchende öffnen, Naturschutzgesetz in Steglitz-Zehlendorf umsetzen.
- Gutachten des Bezirks zu Natur und Bebauung einhalten -- groben Verstoß im "Letter of Intent" korrigieren und Regressforderungen vermeiden.
- Spiel-/ Sportflächen und Begegnungsstätten für alle Generationen schaffen.

2. Gewerbebetriebe erhalten -- Gewerbeinsel realisieren:

- Die vorhandenen 200 Arbeits- und Ausbildungsplätze im Gewerbe sichern.
- Betriebe in einer Gewerbeinsel am Landweg gegenüber den dortigen Sportflächen konzentrieren.

3. Verkehrsprobleme nicht weiter verschärfen:

- Verkehrschaos verhindern: Maximal 1.500 neue Wohneinheiten planen!
- Keinen zusätzlichen Verkehr durch Ausbau der Osdorfer Str. Richtung Heinersdorf/Großbeeren durch Lichterfelde- Süd leiten.
- Fußgängern und Radfahrern Raum geben.
- Fußgängersicherheit für die Schüler der Giesensdorfer- und der Mercator-Grundschule, die Kinder der Kita Réaumurstrstr. und die Senioren des Wohnheims Scheelestr.

4. Verträgliche Sozialraumerweiterung vorbereiten und realisieren:

- Defizite des Wohnumfeldes durch stadtsoziologisches Gutachten ermitteln und sodann gezielt beheben.
- Zusätzliche Wohnbebauung auf höchstens 1.500 Wohneinheiten begrenzen.
- Sozial orientierte Nachbarschaft befördern.
- Ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum für junge Familien, Jugendliche, behinderte Menschen, Seniorinnen und Senioren schaffen.
- Im Wohnumfeld Freizeit- und Begegnungsstätten vorsehen.
- Wohnungsnahe Service- und Informationsmöglichkeiten realisieren.

5. Investorengesteuerte Werkstatt durch Bürgerwerkstatt "Bürgerinnen und Bürger planen ihren Stadtteil" ersetzen:

- Gemeinsam mit dem "Landesbeauftragten von Berlin für Naturschutz und Landschaftspflege" und mit seiner Untersuchung vom 27.07.2012 über die Bedeutung der "Parks Range" für die biologische Vielfalt im Land Berlin und für naturbetonte Freizeit und Erholung seine Empfehlungen zur weiteren Entwicklung in Lichterfelde- Süd umsetzen.

6. Wertsteigerung durch Baulandausweisung nutzen:

- Wertsteigerung des Planungsgebietes um voraussichtlich mindestens 40.000.000,00 Euro (bei 160.000 qm Bauland) bis zu 95.000.000,00 Euro (390.000 qm Bauland) -- wie anderswo längst üblich -- zur Finanzierung der TOP-1 bis - 5 heranziehen.

Über eine Antwort werde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
(Name und gegebenenfalls Ihre Anschrift)



ANHANG:  [
Ergebnis der letzten Workshops]



N I C H T   K O N S E N S F Ä H I G

Zwischenbilanz nach dem Workshop

zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für Lichterfelde-Süd vom 18. Juni 2014:

E-Mail-Protest 2014 *  Bürgermitsprache nicht gewollt,

*  Bezirksamt ohne Gestaltungswillen,

*  der Investor hat Vorfahrt.

Aus: Mitteilung „Aktionsbündnis Landschaftspark“, 2. Juli 2014 – 21.22 Uhr MESZ. V.i.S.d.P.: GERHARD NIEBERGALL. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt.


Planungsaufgabe:
  • Auf 39 Hektar: Entwicklung eines neuen Stadtteils mit 2.200 bis 2.700 Wohneinheiten, davon 25 % als Reihenhäuser bzw. Doppelhaushälften, einschließlich Flächen für den Gemeinbedarf und ggf. als Ersatzstandort für vorhandenes Gewerbe, bei 6-geschossiger Bebauung zur Thermometer-Siedlung hin und 6- bzw. 4-geschossiger geschlossener Bauweise entlang der Bahn und der Osdorfer Straße,
  • Auf 57 Hektar: Gestaltung einer Parklandschaft („Grüne Mitte“) unter weitgehender Bewahrung hochwertiger Biotope und der Lebensräume geschützter Arten.
Auswahl der Architektenbüros:

Die Auswahl der
Architektenbüros vollzog sich in einem intransparenten Verfahren. Die Architektenkammer Berlin war nicht beteiligt worden. Mehrere Büros sind mit anderen Vorhaben bereits geschäftlich mit der Groth-Gruppe verbunden.


Sachstand nach Durchsicht der Architektenentwürfe im Workshop vom 18.6.2014:

Groth-Vorhaben stößt bei Architekten auf Grenzen: Von der Groth-Gruppe werden Entwürfe vorgezogen, die sich an dem oberen Eckwert von 2.700 Wohneinheiten und einer flächenverbrauchenden Eigenheimquote von 25 % orientieren. Dieses Ziel kann offenbar schwerlich auf der vorgegebenen Fläche von 39 Hektar erreicht werden. In fünf von acht eingereichten Entwürfen wird deshalb die Flächenobergrenze leicht überschritten. Sechs Entwürfe sehen möglicher Weise daher davon ab, Ersatzstandorte für das vorhandene Gewerbe nachzuweisen.

Eine Ausdehnung des Baugebiets über 39 Hektor hinaus ist auch deshalb zu besorgen, weil in den Entwürfen die notwendigen Flächen für die verkehrliche und soziale Infrastruktur vielfach nur unzureichend nachgewiesen sind.

Soll neuer Stadtteil durch Baustruktur von der Thermometer-Siedlung abgegrenzt werden? Die vorgegebene 6-geschossige Baustruktur und die geforderte Zahl der Wohneinheiten führt in der Mehrzahl der Entwürfe durch zum Teil 100 Meter lange Bauriegel zu einer optischen Abgrenzung des neuen Stadtteils von der Thermometer-Siedlung.

Wie soll der Verkehrslärm an Bahn und Osdorfer Straße verteilt werden? Durch die entlang der Bahntrasse und der Osdorfer Straße geforderten geschlossenen Baustrukturen sollen die dahinter liegenden Eigenheime vor Verkehrslärm geschützt werden. Weil auch die Geschosswohnungen zur Hälfte als Wohneigentum geplant sind, fällt es aus Architektensicht offenbar schwer, für diese Wohneinheiten eine ausreichende Zahl lärmabgewandter Räume zu planen.

Mehrere Architekten versuchen dieses Problem zu lösen, indem sie die geplante Grundschule und Kitas als Lärmpuffer an die Bahnlinie und an die Osdorfer Straße legen. Eine geschlossene 6-geschossige Bebauung entlang der Bahntrasse birgt zudem für die Bewohner des westlich davon gelegenen Stadtquartiers das Risiko einer nicht unerheblichen Schallreflektion.

Wieviel Natur und Landschaft dürfen wir verbrauchen? Durch den Umfang der geplanten Bebauung sind nach allen Entwürfen Eingriffe in Lebensräume [besonders] streng geschützter Arten [FFH-Arten] und in den bestehenden Wald unvermeidlich. Der Umgang mit Natur und Landschaft in einer sogenannten „Grüne Mitte“ ist Gegenstand eines eigenen Workshops.

In einem Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf ist ein sichtbares Angebot von Arbeits- und Ausbildungsplätzen ein stabilisierender Faktor: Ein Blick auf das soziale Umfeld des geplanten neuen Stadtteils war den Architekten nicht nahe gelegt worden. Die benachbarte Thermometer-Siedlung mit ca. 4.900 Einwohnern gilt als Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf. Die Arbeitslosenquote erreicht hier 11,54 % und ist damit bezirksweit am höchsten. Etwa 250 Familien sind auf Nahrungsmittelhilfe durch die „Berliner Tafel“ angewiesen. Rd. 65 % der hier aufwachsenden Kinder bis zum 15. Lebensjahr sind Bezieher von Transferleistungen. Der Weg dieser Kinder ins Leben ist damit durch erfahrene soziale Marginalisierung vorgeprägt. [Armut in der Thermometer-Siedlung]

In diesem Umfeld ist ein sichtbares Angebot von Arbeits- und Ausbildungsplätzen gerade auch im verarbeitenden Gewerbe ein stabilisierender Faktor. Gleichwohl begleitet das Bezirksamt die Strategie des Grundstückseigentümers billigend, die vorhandenen Betriebe aus dem Bezirk zu verlagern oder zur Existenzaufgabe zu zwingen.

Neubau von bezahlbarem Wohnungen erforderlich: Auch im eher gutsituierten Steglitz- Zehlendorf besteht eine hohe Nachfrage nach preiswertem, bezahlbaren Wohnraum. Die politische Mehrheit im Stadtbezirk ignoriert offenbar bisher diesen Bedarf. Ein Zubau von ausschließlich höherpreisigen Wohnungen in Lichterfelde-Süd würde eine Mietpreisspirale in der Thermometer-Siedlung nach oben in Gang setzen.

Ungelöste Verkehrsprobleme: Der geplante neue Stadtteil kann allein über die Osdorfer Straße an den automobilen Verkehr angebunden werden. Selbst nach Erkenntnissen des Bezirksamtes ist diese Straße schon heute überlastet. Deshalb wäre ein zunehmender Ausweichverkehr z. B. über den Lichterfelder Ring und den Woltmannweg Richtung Lichterfelde- Ost zu erwarten. Bei einem geplanten Ausbau der Osdorfer Straße Richtung Heinersdorf würde der Lkw-Verkehr aus dem dortigen Güterverteilzentrum eingeladen, diese Route nach Berlin zu erproben.

Der Betrieb der S-Bahnlinie 25 ist durch die teilweise eingleisige Verkehrsführung schon heute störanfällig. Verkürzte Taktzeiten zur Aufnahme eines zusätzlichen Verkehrsaufkommens sind insoweit nicht vorstellbar.

Bei der städtebaulichen Planung in Lichterfelde-Süd Struktur und Geschichte des Gebietes berücksichtigen: Den Architekten war das Plangebiet vor Abgabe ihrer Arbeiten nur einmal im Rahmen einer Busrundfahrt vorgestellt worden. Insofern ist verständlich, dass die eingereichten Entwürfe vielfach wie reine Zeichentischkonstrukte wirken, anstatt an die Eigenart des Plangebietes anzuknüpfen. So sind die beiden Teiche entlang der Bahntrasse, die als ökologische Ausgleichsmaßnahmen beim Aufbau der Anhalter Bahn angelegt wurden, nur in einem Entwurf zeichnerisch dargestellt. Der wasserführende Stangenpfuhlgraben inspirierte keinen Architekten. Dabei ist dieser Graben ein letztes Relikt eines früheren Grabensystems, von dem das Planungsgebiet durchzogen wurde. Das heute noch vorhandene kleine Gerinne entspringt Ecke Réaumurstraße/ Celsiusstraße einem gemauerten unterirdischen Kanal, der offenbar im Planungsgebiet seinen Ursprung hat.

„Landschaftsschutz und Wohnungsbau in Lichterfelde-Süd konfliktfrei miteinander verbinden“: Der entsprechende Beschluss des Abgeordnetenhauses von Berlin vom 20. Februar 2014 wird bisher in den folgenden Punkten nicht beachtet:

Insbesondere das wohnungsnahe Defizit der Thermometer-Siedlung an Naherholungsflächen wird bisher in der Planung nicht berücksichtigt.

Bezirksamt ohne eigenen Gestaltungswillen? Bei der Aussprache im Workshop über die Architektenentwürfe sind die Vertreter des Bezirksamts nicht sonderlich durch konstruktive Ideen aufgefallen. Die Vertreter von GRÜNEN, PIRATEN und SPD beteiligten sich nahezu nur als passive Zuhörer am Workshop. Ein Vertreter der CDU war nicht erschienen. Mangelt es der Bezirkspolitik und insbesondere beim Bezirksamt an einem eigenen städtebaulichen Gestaltungswillen in Lichterfelde-Süd?

Aktive Bürgermitarbeit unerwünscht: Ein Protokoll über den Workshop vom 18. Juni 2014 liegt bisher nicht vor. Die Bewertung der Ergebnisse des Workshops blieb einem Gespräch am 28. Juni 2014 zwischen der Groth-Gruppe und dem Bezirksamt bei Bezirksbürgermeister Kopp vorbehalten. Ein Ergebnis dieses Gesprächs ist bisher nicht bekannt. Ob dabei auch Bürgeranregungen berücksichtigt wurden, ist kaum zu vermuten. Schon bei dem Bürgerdialog am 15. Oktober 2013 und bei dem Workshop am 23. November 2013 durften Bürgerinnen und Bürger zwar mitreden, eine Aufnahme ihrer wesentlichen Anliegen in die abschließenden amtlichen Protokolle wurde aber ausdrücklich abgelehnt.

Echo: [Berliner Woche]



Ein Immen-Konflikt?

Mobile Bienenkörbe in Lichterfelde-Süd / Ist einzigartiger Immenbestand gefährdet?

Aus: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 2. Juli 2014 – 19.26 Uhr MESZ. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt.


Sehr geehrter Herr Machatzi,   [Landesbeauftragter Naturschutz]
sehr geehrter Herr Dr. Ruck,   [Bezirks-Naturschutzamt]

auf dem ehemaligen Senatslagerplatz an der verlängerten Réaumurstraße in Lichterfelde-Süd sind wieder einmal — wohl schon seit einigen Tagen — ca. 20 mobile Bienenkörbe aufgebaut, die meines Wissens einem Großimker aus dem Oderbruch gehören.

Diese hier stationierten großen Bienenvölker sind morgens viel schneller auf Betriebstemperatur als die kleinen in der ehemaligen Parks Range heimischen Bienen-, Hummeln-, Wespen-, Immen-Kolonien. Damit wird die Ernährungsgrundlage der heimischen Insekten gefährdet.

Bitte teilen Sie mir mit, ob die für die Aufstellung der Bienenkörbe sicherlich erforderliche naturschutzfachlich-rechtliche Erlaubnis vorliegt und wie Sie mit diesem Sachverhalt weiter verfahren wollen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Niebergall

Nachtrag vom 4.7.2014:
Auf dem Groth-Grundstück in Lichterfelde-Süd sind nicht 20 sondern etwa 50 Körbe mit Bienenvölkern aufgestellt.

Alles nicht so schlimm, sagt uns ein mit uns bekannter Imker. Schließlich gäbe es in der ehemaligen Parks Range auch viele Fressfeinde in Form von Wespen und Hornissen, die sich der vollgefressenen Fremdbienen gern als Zubrot annehmen. Die nun auf Diät gesetzten und darum schlankeren einheimischen Immen könnten jetzt ihren Fressfeinden behender davon flügeln.

Vielleicht gelingt es uns, in dieser Frage auch noch einen Spezialisten für Wild-Immen zu befragen [Ed: Dr. Christoph Saure, der immer wieder die
große Stech-Immenvielfalt in Lichterfelde-Süd erforschte, sollte befragt werden].

Von den Oberen und Unteren Naturschutzbehörden liegen uns noch keine Stellungnahmen vor. Weil Bienen als Haustiere gelten und Lebensmittel produziern, läuft aber bereits eine Anfrage, ob die offenbar erforderliche Erlaubnis des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes vorliegt. -- G.N.

Nachtrag vom 10.7.2014:
Der Immenstreit hat sich erledigt, die ca. 50 Bienenkörbe sind verschwunden. Ob der Imker planmäßig auf eine andere Bienenweide umgezogen ist oder ungeplant abziehen musste, ist nicht bekannt.

Weder von den Naturschutzbehörden noch vom Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt liegen Stellungnahmen vor. Der Grundstückseigentümer soll von der ganzen Angelegenheit nichts gewusst haben. -- G.N.

Nachtrag vom 11.7.2014:
Nun gibt es immerhin eine Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde, die zeigt, dass unsere Sorgen sehr berechtigt waren.

Das Bezirksamt war auf die am Rande der Parks Range aufgestellten Bienenkörbe hingewiesen worden, hatte aber offenbar keinen Anlass gesehen, aus eigenem Antrieb etwas dagegen zu unternehmen. Wieder einmal ein Hinweis auf die lethargische Haltung dieses Amtes in Sachen Naturschutz in Lichterfelde-Süd. -- G.N.

Nachtrag vom 14.7.2014:
Heute gibt es nun eine Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde (Dr. A. Ruck):
„Die Aufstellung von Bienenkörben bedarf m.W. keiner naturschutzrechtlichen Erlaubnis.

Die Wildbienen leben häufig als Solitärbienen, d.h. bilden keine Kolonien. Viele sind bei niedriger Temperatur und schon bei bedecktem Himmel flugfähig und damit den Honigbienen überlegen.

Es wurden jedoch in der Literatur Fälle beschrieben, in denen die Honigbienen dennoch Nahrungskonkurrenten einiger Wildbienenarten sind. Daher habe ich der Groth Gruppe mitgeteilt, dass die Honigbienen hier naturschutzfachlich unerwünscht sind und gebeten, dies bei der Genehmigung der Aufstellung der Bienenkörbe auf ihrem Grundstück zu berücksichtigen.“



Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd:
[Kontakt zur BI]  [1]  [2]  [3]  [4]  [5]
[6]  [7]  [8]  [9]  [10]  [11]  [12]


—  Powered by khd-research.net  —
(Toronto/Houston)





Rubriken auf »pruefstein-lichterfelde-sued.de«
  • Startseite | Wegweiser
  • Das Planungsgebiet | Teil 2
  • Landschaftsplan XII-L2
  • Thermometer-Siedlung
  • Panorama Lichterfelde-Süd
  • FORUM – AKTUELL | POSTEN
  • 2012 | 2013 | 2014 | 2015
  • Alle Gutachten
  • Kritik am FNP
  • Prüfsteine (Liste)
  • Dokus: <2010 | 2010 | 2011
  • Dokus: 2012 | 2013 | 2014
  • BI „ALL“ | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
  • CA Immo | Groth-Gruppe
  • Dies&Das | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7
  • Foto-Galerien
  • Foto-Verzeichnis
  • Karten-Verzeichnis
  • Artikel-Verzeichnis
  • References (Link-Liste)
  • Zur Site-map von »pruefstein-lichterfelde-sued.de«

      Zum Teil 9

    © 2014-2014  – Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   --   Last Update: 30.11.2014 06.36 Uhr