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 Lichterfelde Süd — Teil 10

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    Stand:  11.2.2015   (35. Ed.)  –  File: PLS/ALL/ALL_Mitteilungen_10.html



ALL-Umweltpreiso Diese Seite ist Teil des Bürger-Portals zur Stadt(ver)planung in Lichterfelde-Süd. Giesensdorf – wie Lichterfelde-Süd früher hieß – ist seit jeher das Stiefkind der (Bezirks-) Politiker. Manche von ihnen wissen noch nicht mal, wo „Giesensdorf“ überhaupt liegt — und entscheiden dennoch über gravierende Bauleitplanungen in dieser Gegend. Man schob und schiebt dort gerne etwas hin, was man in den feineren Wohnquartieren des Bezirks nicht so gerne sieht. [Ständig benachteiligt!]

ALL-Logo Hier sind einige Mitteilungen des „Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd“ (ALL) dokumentiert, das für die Texte verantwortlich zeichnet. Das Aktionsbündnis hat sich ab Herbst 2010 zur Abwehr der in Lichterfelde-Süd geplanten Großstil-Naturzerstörung gebildet und ist seit 2012 Träger des „Berliner Umweltpreises“. Eine Selbstdarstellung des Aktionsbündnisses ist im 1. Teil dokumentiert. Sämtliche Links wurden redaktionell hinzugefügt. Hier sind dokumentiert und manches auch in [Ed:...] oder [...] kommentiert:

I n h a l t :      


Das Aktionsbündnis gibt zu Protokoll

Bürger-Bilanz aus den Workshops zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für Lichterfelde-Süd.

   
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Aktionsbündnis Landschaftspark, 19. September 2014 – 21.24 Uhr MESZ mit späteren Ergänzungen. V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Helmut Schmidt. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Die Workshops zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für Lichterfelde-Süd haben uns gezeigt:

*  Der Grundstückseigentümer hat Vorfahrt.

*  Der Bezirk ist ohne weiteren Gestaltungswillen.

*  Die Bürgerinteressen werden ignoriert.



Das Ziel der Workshops

ist es offensichtlich, Verabredungen zwischen dem Grundstückseigentümer Groth und dem Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf im „
Letter of Intent“l kompromisslos in Lichterfelde- Süd umzusetzen und neben der Thermometersiedlung auf 39 Hektar einen neuen Stadtteil mit bis zu 2.700 Wohnungen zu errichten. Diese Verabredungen werden durchgesetzt

Workshops nach Spielregeln von Klaus Groth

und nicht nach anerkannten Regeln der Architektenkammer Berlin: Auf eine öffentliche Ausschreibung eines Wettbewerbsverfahrens wurde verzichtet. Stattdessen wurden
Büros eingeladen, die nach unserer Kenntnis schon anderweitig mit der Groth-Gruppe geschäftlich verbunden waren.

Das stadträumliche Umfeld wurde nur unzureichend berücksichtigt:

Die beteiligten Architekten sind zum Verfahrensbeginn zweimal mit dem Bus durch das Planungsgebiet gefahren. Eine wirkliche Kenntnis des Planungsgebietes und seines Umfeldes blieb dabei verständlicherweise aus, wie es Details der vorgelegten Konzepte erkennen lassen:

Ungelöste Verkehrsprobleme

In einem am Stadtrand gelegenen neuen Stadtteil mit 5.000 bis 7.000 Bewohnern kann man wohl realistisch mit werktäglich ca. 3.000 bis 4.000 zusätzlichen ein- und ausfahrenden Pkws auf der Straße rechnen. Der neue Stadtteil ist automobil jetzt nur über die Osdorfer Straße zu erschließen, die aber selbst nach
bezirksamtlicher Auffassung schon heute bis zur Belastungsgrenze ausgereizt ist.

Weil auf Brandenburger Seite die Zufahrt zur Osdorfer Straße ausgebaut werden soll, sind hier bei Betriebsaufnahme des neuen Flughafens und durch das expandierende Güterverkehrszentrum Großbeeren verschiedene zusätzliche Verkehrsaufkommen zu erwarten. Groth-Gruppe und Bezirksamt bauen deshalb auf die Illusion eines autoarmen Wohnens in einem neuen Stadtteil am Stadtrand. Aus unserer Sicht entziehen sie sich damit ihrer stadtpolitischen Verantwortung.

Neuer Stadtteil: Kein Beitrag zu bezahlbarem Wohnraum

Nach unserer Kenntnis möchte die Groth-Gruppe etwa zwei Drittel der in Lichterfelde-Süd geplanten Wohnungen als Wohneigentum errichten. Am Rande des sogenannten „sozialen Brennpunkts“ Thermometersiedlung erscheint dieses Vorhaben wirtschaftlich und vor allem in sozialer Hinsicht problematisch, es berücksichtigt in keiner Weise den Bedarf von bezahlbaren Mietwohnungen — nicht nur das Wohnraumbündnis Steglitz-Zehlendorf hat dies dem Bezirksamt deutlich gemacht, sondern auch die Seniorenvertretung, der Mieterbund und Runde Tische.

Der lästige Natur- und Artenschutz

Im Planungsgebiet in Lichterfelde-Süd sind weit über einhundert Arten aus der „Roten Liste“ bedrohter Lebensarten heimisch, darunter auch solche, die nach dem Recht der Europäischen Union [sowie der Bundesartenschutzverordnung besonders] streng geschützt sind. [
FFH-Arten in Lichterfelde-Süd]

Das vom Bezirksamt beauftragte Naturschutzgutachten sieht daher statt der geplanten 39 ha nur 16 ha ohne Bedenken als Bauland vor — Bezirk und Groth-Gruppe setzen sich darüber ohne jede Begründung hinweg — und das bei einem „Grünen“ Bezirksamt für Umwelt.

Arbeits- und Ausbildungsplätze unerwünscht

Im Planungsgebiet arbeiten derzeit unter zum Teil sehr schwierigen Bedingungen noch 20 Betriebe vor allem handwerklicher und kleingewerblicher Art mit etwa 200 Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Am Rande eines sozialen Brennpunkts, in dem ca. 270 Familien von der Berliner Tafel leben und mehr als 60 % der Kinder Lebensunterhalt über öffentliche Kassen beziehen [
Armut in Lichterfelde-Süd], erfüllt ein sichtbares Angebot an legaler Erwerbsarbeit eine wichtige sozialpädagogische Funktion. Dennoch begleitet das Bezirksamt ohne erkennbare Gegenmaßnahmen ein Verhalten der Groth-Gruppe, das vorhandenen Betrieben in Lichterfelde-Süd keine Zukunft bietet — Arbeits- und Ausbildungsplätze werden ohne Not in ihrer Existenz gefährdet.

Ein falscher Schulstandort

Eine für den neuen Stadtteil erforderlich gehaltene neue Grundschule soll nach den favorisierten Entwürfen direkt an der Bahntrasse liegen. Sobald auch noch der Flughafenshuttle fährt, werden einschließlich S-Bahn täglich ca. 300 Züge an der Schule vorbei rollen.

Stadtklima

Der neue Stadtteil wird sich fast durchgehend durch sechsgeschossige Gebäuderiegel zur Thermometersiedlung abgrenzen, die im Berliner Klimaatlas als lokale
Wärmeinsel mit Neigung zur schwülen Klimasituation gekennzeichnet ist. Durch die geplante Baustruktur des neuen Stadtteils würde die Thermometersiedlung noch stärker als bisher vom [bodenahen] Luftaustausch mit Kaltluftzonen abgeschnitten. Die Lebensqualität der Bewohner spielt bisher keine erkennbare Rolle in den Planungen.

Eisenbahnlärm

In den Wohngebieten westlich der Bahnanlagen besteht die Sorge, dass es durch die Gebäudekulisse des neuen Stadtteils östlich der Bahn zu einem verstärkten Eintrag von Bahnlärm kommt.

Bürgerbeteiligung als Alibiveranstaltung

Die Groth-Gruppe nennt „Bürgerbeteiligung von Anfang an!“ als ihr Vorgehen. In der Realität haben die Groth-Gruppe und das Bezirksamt trotz ausführlicher, auch schriftlicher Hinweise, die dieser Zusammenfassung zugrunde liegen, nicht erkennen lassen, dass diese in irgendeiner Weise berücksichtigt werden. Im Gegenteil:


Im Ergebnis

haben die Workshops nach unserer Beurteilung ein Konzept hervorgebracht, das einseitig die wirtschaftlichen Interessen eines vor Ort nicht verwurzelten Grundstückseigentümers verfolgt und nicht die Lebensqualität der dort wohnenden Bürgerinnen und Bürger berücksichtigt, nicht die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung ihres Wohnumfelds vorsieht, nicht einen nachhaltigen Beitrag zu bezahlbarem Wohnen in Steglitz-Zehlendorf bringt und damit letztlich nicht zum sozialen Frieden in der Stadt beiträgt — im Gegenteil.


Bürgerträume zum Schluss

Wir im Aktionsbündnis haben neben einer realistischen Einschätzung der Planungssituation natürlich auch Träume. Wir bitten die daran interessierten Leser die letzte Seite, die nicht Teil der Protokollerklärung ist, aufzuschlagen und zur Kenntnis zu nehmen. [
Nachzulesen im Original]



P R E S S E - M I T T E I L U N G

Zum Abschluß des Workshops Städtebau


Größtes Berliner Wohnungsbauprojekt beginnt mit einem Fehlstart.

   
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Von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 21. September 2014 – 23.27 Uhr MESZ. Die PM ist auf den 23.9.2014 datiert, da dann die Presse-Konferenz von Groth-Gruppe und Bezirk im Rathaus Zehlendorf stattfindet. V.i.S.d.P.: G. Niebergall + Prof. Dr. H. Schmidt. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Die Workshops zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für Lichterfelde-Süd brachten Ergebnisse, Mit anderen Worten: Die Bürgerinteressen werden ignoriert.

Im Einzelnen: Das Ziel der Workshops war es offensichtlich, Verabredungen zwischen dem ... [lesen Sie im PDF-Original weiter oder hier, zumal es dort weiterführende Links gibt].

Echo:  [RBB] [Der Tagesspiegel] [Berliner Morgenpost]



Ein Bericht von der Presse-Konferenz

Infos und Eindrücke von der Presse-Konferenz der Groth-Gruppe im Rathaus Zehlendorf am 23. September 2014.

Von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 27. September 2014 – 17.53 Uhr MESZ. Von G. Niebergall. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Einladungsverfahren

Zur Pressekonferenz hatte allein die Groth-Gruppe eingeladen, und zwar auch nur einen ausgewählten Teilnehmerkreis. Eine entsprechende Einladungsliste lag im Eingangsbereich aus. Weitere Pressevertreter waren nur aufgrund der Aktionsbündnis-Pressemitteilung dazu gekommen. Das Bezirksamt hatte selbst keine Pressemitteilung herausgegeben.

Einige wesentliche Aspekte

Groth-Gruppe und Bezirksamt greifen unsere Argumente auf und versuchen diese, für ihre Zwecke umzudeuten. Er wurde viel von Durchmischung und Einbeziehung der Thermometersiedlung in die Planung gesprochen. Bezirksstadträtin Markl-Vieto (GRÜNE) schwärmte von Sichtachsen von der Thermometersiedlung bis in die „Grüne Mitte“.

Der fast geschlossene „Burgwall“ (Achim Rettig) aus 6-Geschossern und die 12- geschossigen „Wachttürme“ (Achim Rettig) vermitteln ein anderes Bild. In der Pressekonferenz schrumpften die 12-Geschosser bei Klaus Groth zu 10- Geschossern, die dann auch den Weg in die Presse fanden.

In einer Luftbildaufnahme des Planungsgebiets hat die Groth-Gruppe sich nicht nur die Teiche auf Eisenbahn-Betriebsgelände und den Gewerbebetrieb an der Ostseite des S-Bahnzugangs sondern auch die ganze Fläche zwischen Réaumurstraße, Landweg und Osdorfer Straße einschließlich Kindergarten und Carl-Schumann-Sporthalle angeeignet.

Für die Häuserkulisse entlang der Osdorfer Straße erklärte sich Bezirksstadtrat Norbert Schmidt (CDU) bereit, niedrigere Geschossigkeiten zu prüfen.

Staatssekretär Lütke-Daltrup versprach Lichterfelde-Süd 500 Wohnungen mit Kaltmieten von 6,50 Euro. Auf die Frage, wer diese bauen solle, erklärte Klaus Groth: „Es ist noch nichts entschieden.“

Mindestens ein Journalist bezog sich bei seinen Nachfragen auf die Aktionsbündnnis-Pressemitteilung. Norbert Schmidt wandte zu dieser nur allgemein ein, es gäbe vieles richtig zu stellen.

Zum Verkehr hielt Bezirksstadtrat Schmidt an der Vorstellung vom autoarmen Wohnen fest. Auf dieser Basis sind nach seiner Auskunft für die geplanten Wohneinheiten (WE) folgende Stellplatzzahlen für den ruhenden Verkehr vorgesehen:
  • 12-Geschosser:  0,5 Stellplatz/WE
  • Sonstige Mehrfamilienhäuser:  0,7 Stellplatz/WE
  • Einzelhäuser:  1,0 Stellplatz/WE

Auf die Frage, wenn eine zuziehende Familie in einem Reihenhaus mehr als ein Auto abstellen wolle, antwortete der Stadtrat, dann müsste sie halt zusehen, wo sie Platz findet.

Zum autoarmen Wohnen soll auch Arbeiten im Stadtteil beitragen. Ein Konzept hierfür scheint es aber nicht zu geben. Dass erst einmal 20 Betriebe mit ca. 200 Arbeits- und Ausbildungsplätzen verschwinden sollen, wurde verschwiegen.

Klaus Groth bezifferte die von ihm geplanten Investitionen mit 800 Mio. Euro. Auf nun geplante ca. 2.500 Wohnungen umgerechnet sind dies im Mittel 320.000 Euro für eine Wohnung. Die Netto-Kaltmieten für Mietwohnungen sollen nach seiner Auskunft 8,50 bzw. 10,50 Euro betragen. Wohneigentum soll 3.000 bzw. 3.500 Euro m2 kosten. Bei einer geplanten mittleren Wohnungsgröße von 78 m2 entspräche dies im Mittel Angebotspreisen von 234.000 bzw. 273.000 Euro, Zahlen, die bei mittleren Eigenfinanzierungskosten von 320.000 Euro wenig belastbar scheinen.

Der von Journalisten hinterfragte Schulstandort an der Bahn soll nach Bezirksstadtrat Schmidt zumindest schallschutztechnisch nochmals geprüft werden. Nach seiner Auskunft ist die für Schulen zuständige Stadträtin Richter-Kotowski in die derzeitige Standortwahl einbezogen.

Zum Stand der Planung erklärte Schmidt wie immer: „Wir stehen noch ganz am Anfang.“ „Am Umweltbericht wird (aber bereits) gearbeitet.“ Groth will ab April 2016 bauen und in 5 bis 7 Jahren fertig sein.

Frau Gorzawski (SenStadtUm), die ständiges Mitglied im städtebaulichen Workshop war, aber erst vom Aktionsbündnis vom Pressekonferenz-Termin erfahren hatte, teilte auf Anfrage mit, an einer Änderung des Flächennutzungsplans für Lichterfelde werde gearbeitet, mit einer Vorlage an das Abgeordnetenhaus rechne sie nicht vor Frühjahr 2015.



P R E S S E - M I T T E I L U N G

In Lichterfelde Süd – Wohnungsbau : JA,
aber keine 2. Trabantenstadt

Einladung zum Aktionsbündnis-Plenum am 13. Oktober 2014
mit Diskussion des
Masterplans.

Von: Aktionsbündnis Landschaftspark, 1. Oktober 2014. [Kompl. Einladung in PDF]


Der Masterplan für Lichterfelde-Süd sieht mehr als 2.500 Wohnungen in 25 Wohnblocks mit 6 Geschossen vor, die das Neubaugebiet gegen die bestehenden Wohnbereiche wie einen Burgwall abschotten. Dazu kommen 6 Hochhäuser mit 12 Geschossen, die wie Wachtürme darüber stehen. Insgesamt müssen wir mit 5.000 bis 7.000 Bewohnern rechnen, die über die Osdorfer Straße ein- und ausfahren, das Verkehrschaos ist abzusehen:

Aktuelle Forderungen:

  • Kein Baurecht, bevor ein schlüssiges Verkehrskonzept für Lichterfelde-Süd insgesamt vorliegt.

  • Kein Baurecht, bevor die "Grüne Mitte" als Landschaftsschutzgebiet festgeschrieben ist.

  • Kein Baurecht, wenn bestehendes Gewerbe vertrieben wird! Es gab vor den Planungen 250 Arbeits- und Ausbildungsplätze. Anderswo werden Millionenbeträge an Subventionen für neue Arbeitsplätze ausgegeben. Hier werden sie vertrieben!!!

  • Kein Baurecht, vor Klärung des Artenschutzes: Wechsel- und Knoblauchkröte, Moorfrosch, Zauneidechse, Feuerfalter etc.: Über 100 Arten dort in Flora und Fauna sind geschützt oder stehen auf der Roten Liste!

  • Kein Baurecht, bevor nicht beiderseits der Bahn der Schallschutz festgeschrieben ist.

  • Kein Baurecht, wenn Schule und Sportplätze direkt neben der Bahn gebaut werden: Ab Eröffnung BER gibt es täglich 300 Zugpassagen.

Sie als Bürgerinnen und Bürger von Steglitz-Zehlendorf können dies gegen die Planung von Bezirk und Groth-Gruppe durchsetzen, kommen Sie am

Montag, den 13. 10. 2014 um 18.00 Uhr in den
Kieztreff Lichterfelde, Celsiusstr. 60

um ein Bürgerbegehren mit Ihnen auf den Weg zu bringen.


Die Probleme im Einzelnen:


Wohnbebauung

In die geplanten 2.500 Wohneinheiten (WE) werden um 6.000 Menschen einziehen, die ca. 3.000 Pkw mitbringen werden.
Zum Vergleich: In der Thermometersiedlung leben z. Z. etwa 4.700 Menschen! Wegen des Lärmschutzes und der vom Investor erwarteten Rendite wird das Gelände an 3 Seiten — Bahntrasse, Réaumurstraße, Osdorfer Straße — von 25 Sechsgeschossbauten sowie von 6 Hochhäusern mit 12 Etagen „eingerahmt“! Die jetzigen Bewohner der Réaumurstraße werden — bis auf eine Schneise in der Mitte der Baufront — auf eine geschlossene Blockrandbebauung mit 6 Geschossen blicken!

Für wen entsteht „Bezahlbarer Wohnraum“?

Nach Baustaatssekretär Lütke-Daldrup sollen „kommunale Wohnungsbaugesellschaften ca. 500 WE bauen, die zu ‚Nettokaltmieten‘ von 6,50 Euro / m2 vermietet werden sollen“. Dazu müssen noch 3 Euro für die Mietnebenkosten hinzu gerechnet werden.

Straßenverkehr

Zu der bestehenden Zahl von ca. 2.000 Pkw in der Siedlung werden noch weitere 3.000 Pkw hinzukommen! Diesen zusätzlichen Verkehr können die vorhandenen Straßen nicht bewältigen! Die neuralgischen Punkte in den zu- und abführenden Straßen nach Lichterfelde-Süd sind einspurig ausgelegt und nicht ausbaubar!
  • Ostpreußendamm, Giesensdorfer Str. einspurig, nicht ausbaubar!
  • Ostpreußendamm bis Wismarer Str., Egon-Kleine-Brücke einspurig, nicht ausbaubar!
Die Kreuzung Wismarer Str. / Goerzallee kann den aktuellen Verkehr am Morgen schon jetzt nicht befriedigend ableiten; der Rückstau reicht bis Kreuzung Ostpreußendamm/Lindenstraße zurück! Zusätzlicher Verkehr kommt aus Heinersdorf (hinter der Stadtgrenze gelegen). Hier entstehen 700 WE. Von dort werden weitere 200 Pkw zusätzlich durch die Osdorfer Str. täglich ein- und ausfahren!

Fazit: Es kann bereits heute prognostiziert werden, dass es in den Hauptverkehrszeiten noch wesentlich länger als heute dauert, mit Pkw oder Bus aus Lichterfelde-Süd hinaus- bzw. herein zu fahren!

Natur- und Artenschutz

Durch das Bauvorhaben werden Lebensräume von mehr als 100 geschützten Pflanzen- und Tierarten teils beeinträchtigt, teils zerstört.

Dem Investor werden zwar naturschutzrechtliche Auflagen erteilt werden, nach denen er die zerstörten Lebensräume an anderer Stelle wieder herstellen muss. Ob diese Auflagen am Ende sachgerecht ausgeführt werden und die umgesiedelten Pflanzen und Tiere den neuen Lebensraum annehmen werden, kann heute seriös nicht beantwortet werden.

Ein vom Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf bestelltes
Umweltgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass eine Bebauung von 16 ha umweltverträglich möglich ist; bei entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen wären maximal 27 ha Baufläche akzeptabel. Das reicht Herrn Groth jedoch nicht! Er sieht sein Renditeziel nach Aussagen des Bezirksamtes erst bei einer Bebauung von 39 ha oder mehr (zur Zeit sind 41 ha vorgesehen) erreicht! [Ed: Auf der Basis des Masterplans ergeben sich sogar um 46 ha].

Der Masterplan, Basis für alle weiteren Planungen, weist noch weitere Risiken aus:
Echo:  [Berliner Morgenpost] [Berliner Zeitung]
[Stadtradio 88.8 vom RBB live am 13.10.2014 um 18.48 Uhr]
[Der Tagesspiegel] [Neues Deutschland]



Fledermäuse nicht vergessen

Fragen und Anregungen zum Umweltbericht.

Aus: Mitteilung „
Aktionsbündnis Landschaftspark“, 7. Oktober 2014 – 14.21 Uhr MESZ. Zu jeder Bauleitplanung gehört ein Umweltbericht (§ 2 + 2a Baugesetzbuch). Aber angesichts des Vorkommens vieler FFH-Arten muß außerdem eine „Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ (SaP) sorgfältig vorgenommen werden, wovon bislang noch nichts bekannt wurde. Alle Links und [...] wurden hier redaktionell hinzugefügt.


Sehr geehrte Frau Bezirksstadträtin Markl-Vieto,
sehr geehrter Herr Dr. Ruck [Umweltamt Steglitz-Zehlendorf],

in der kürzlichen Pressekonferenz zum Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs für Lichterfelde-Süd teilte Herr Bezirksstadtrat Schmidt mit, dass derzeit an dem Umweltbericht gearbeitet werde sowie, dass die Kartierung der Vögel abgeschlossen sei.

Sicherlich gehe ich nicht fehl in der Annahme, dass die Verantwortung für den Umweltbericht zu Ihrem Amtsbereich gehört. Deshalb erlaube ich mir, Sie auf die Ihnen sicherlich bekannte "Naturschutzfachlich- landschaftsplanerische Untersuchung -- Bestandsanalyse" von Becker und anderen aus dem Jahre 2010 anzusprechen, insbesondere auf die dortigen Festellungen zur Verbreitung von Fledermäusen in Lichterfelde-Süd.

Nach dieser Untersuchung war nachgewiesen, das die folgenden Fledermausarten das Planungsgebiet als Jagdrevier nutzen: Braunes Langohr, Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus, Großer Abendsegler (Nyctalus noctula). Ein größeres Vorkommen der Fransenfledermaus (Myotis nattereri) ist zudem in einem nur ca. 400 Meter entfernten Überwinterungsquartier nachgewiesen. Deshalb ist es nicht unwahrscheinlich, dass diese Art das Planungsgebiet ebenfalls als Jagdrevier nutzt. Bei den beiden zuletzt genannten Arten handelt es sich auch um Arten nach Anhang IV der FFH-Richtlinie der EU [Ed: nee, sämtliche Fledermaus-Arten (samt deren Habitate/Jagdreviere) sind nach dem EU-Recht von 1992 streng geschützte Säugetiere!]. [FFH-Arten in Deutschland]

Karte 2 der genannten Untersuchung bezeichnet weiterhin 8 Bäume als potentielle Sommerquartiere und Wochenstuben von Fledermäusen, von denen 6 durch eine geplante Bebauung bedroht sind. Im einzelnen handelt es sich um die folgenden Standorte: Zwei Weiden [We] in der Nähe des Reiterpfuhls, zwei weitere Weiden [We] im Wald im Nordosten, eine Weide [We] und eine Robinie [Ro] im Bereich der im Südwesten geplanten Bebauung. Außerhalb derzeit beabsichtigter Bebauung befänden sich nur eine Birke [Bi] und eine Pappel [Pa] im Südosten des Planungsgebiets.

Guten Mutes bin ich, dass die Erkenntnisse aus der genannten Untersuchung im Umweltbericht berücksichtigt werden.

Zur Kartierung der Vogelvorkommen in Lichterfelde-Süd gestatte ich mir die Anfrage, wann diese der Öffentlichkeit vorgestellt wird? Gleiches gilt für das Ergebnis der im vergangenen Sommer vorgenommenen Zählung von Amphibien und Reptilien.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Niebergall
im Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd



Nach Plenum — vor Bürgerbegehren

Zum Ergebnis des Plenums vom 13. Oktober 2014.

Von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 22. Oktober 2014 – 10.49 Uhr MESZ. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Mitstreiterin, lieber Mitstreiter!

Das Plenum des Aktionsbündnisses Landschaftspark Lichterfelde Süd am Montag letzter Woche war so gut besucht, dass selbst der vergrößerte Raum im Kieztreff nicht ausgereicht hat und viele Teilnehmer zu Recht sehr unzufrieden waren, einige auch die Beratung verlassen haben. Für diese Unbill bitten wir alle Betroffenen um Nachsicht und Entschuldigung, wir werden uns für unser nächstes Treffen um einen größeren Raum bemühen. [Ed: Auch im Internet gab es einen Ansturm, wie die Nutzungs-Grafik zeigt].

Dies wird auch dringend erforderlich sein, da sich sehr viele Aktive schriftlich bereit erklärt haben, sich bei der Durchführung eines Bürgerbegehrens zu engagieren und sich persönlich einzusetzen.

Unsere Bürgerarbeitsgemeinschaft wird in den nächsten Wochen gemeinsam mit allen Aktiven die Frage und alle Einzelheiten eines Bürgerbegehrens klären. Wir werden Sie über das Ergebnis informieren, bevor wir uns mit unserem Bürgerbegehren an das Bezirksamt wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Niebergall & Helmut Schmidt
Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd



Vorbereitung des 3. Bürger-Dialogs

Zur Einladung des Bezirksamts zu einem "Bürger-Dialog" am 6. November 2014.

Von: Aktionsbündnis Landschaftspark, 2. November 2014 – 23.05 Uhr MEZ. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Liebe Mitstreiterin, lieber Mitstreiter!

   
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Die Erfahrungen mit der sogenannten "Bürgerbeteiligung" am Planungsverfahren für das Areal "Parks-Range" haben uns bereits bewiesen, dass weder unsere zentralen Bedenken noch detaillierte Kritik berücksichtigt worden sind:
Wenn Sie an der Veranstaltung des Bezirksamtes teilnehmen wollen, dann sollten Sie sich mit diesen und anderen, Ihnen wichtigen Themen zu Wort melden oder auch entsprechende Beiträge anderer Teilnehmer mit eigener Wortmeldung unterstützen. Je mehr Menschen ihre Bedenken, Befürchtungen und Proteste äußern, desto klarer wird beratungsresistenten Politikerinnen und Politikern die Situation in Lichterfelde-Süd vorgeführt.

Allerdings sollten Sie sich nicht melden, wenn nach Angehörigen des Aktionsbündnisses Landschaftspark Lichterfelde Süd gefragt wird — alle Anwesenden sind gleichermaßen interessierte Bürgerinnen und Bürger, und wir lassen uns nicht in Klassen aufteilen und schon gar nicht weiter diskriminieren.



Demo am 14. Nov. 2014

Es ging gegen Groth & Co und um: „Berlin trägt wieder Filz!“


Hinweis: Aufruf + Berichte zu dieser gelungenen Demo wurden auf der neuen
Netzwerk-Seite umfassend dokumentiert.


,

Ergebnis der ALL-Umfrage

Auswertung der Fragebogen-Aktion des Aktionsbündnisses (ALL) vom 13.10.2014.

Hinweis von:
Aktionsbündnis Landschaftspark, 10. November 2014. Von G. Niebergall. Alle Links wurden hier redaktionell hinzugefügt. [Kontakt]


Das Bezirksamt und der Senat von Berlin beabsichtigen im Zusammenwirken mit dem Grundstückseigentümer Groth dessen 96,2 ha großes Grundstück in Lichterfelde-Süd südlich Réaumurstraße/Landweg zwischen Bahntrasse, Osdorfer Straße und Stadtgrenze städtebaulich zu entwickeln und dort ca. 2.500 Wohnungen zu errichten.

Im Aktionsbündnis-Plenum am 13.10.2014 hatten wir deshalb an die Teilnehmer einen zweiseitigen Fragebogen mit 12 Fragen verteilt, um deren Vorstellungen zur städtebaulichen Entwicklung in Lichterfelde-Süd zu erfragen. Des weiteren hatten wir wissen wollen, ob ein Bürgerbegehren u. a. gegen sich abzeichnende massive Eingriffe in Natur und Landschaft sowie gegen ein überdimensioniertes Wohnungsbauvorhaben unterstützt würde.

[Einzelheiten im PDF-Doc]

Umfrage-Ergebnisse von 2013 + 2014
^   Das Ergebnis beider Umfragen ähnelt sich. Die Mehzahl der Teilnehmer will die vorhandenen wertvollen Naturflächen (mit FFH-Arten) erhalten. Nur auf maximal 27 Hektar (ha) soll gebaut werden.   (Grafik: 3.12.2014 – khd-research)
[mehr zur PLS-Umfrage v. Dez. 2013] [mehr zur ALL-Umfrage v. Okt. 2014]

Echo:  [
Berliner Woche]



Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd:
[Kontakt zur BI]  [1]  [2]  [3]  [4]  [5]
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(Toronto/Houston)





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    © 2014-2015  – Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   --   Last Update: 11.02.2015 1:37 Uhr