PLS-Logo |   Dokumentationen aus Medien — Teil 36

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    Stand:  25.12.2014   (29. Ed.)  –  File: PLS/Aus_Medien/AM_36.html



Die Presse hat noch nicht die (politische) Dimension des Gesamt-Konflikts um Lichterfelde-Süd erkannt und wohl auch deshalb bislang nur wenig berichtet — immerhin gibt’s doch schon einiges. Auf diesen Seiten werden ausgewählte Artikel und Texte zu den Planungs-Absichten bzw. -Ansinnen für Lichterfelde-Süd dokumentiert.

  Lichterfelde-Süd / Giesensdorf
Ständig benachteiligt!
Eine Abrechnung
 
Dabei gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis. Archivort ist Houston (USA), wo das „fair use“-Prinzip gilt. Hier sind dokumentiert und manches auch in [Ed:...] kommentiert:

I n h a l t :       2014       [Artikel-Übersicht 2014]
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Biologische Vielfalt in Marzahn-Hellersdorf

Was steckt hinter der Strategie 2020 der Lokalen Agenda 21? / [Ed: Unterdessen verfolgen Politiker in Steglitz-Zehlendorf eine Strategie, bis 2020 in Lichterfelde-Süd ein NATURA-2000-würdiges Gebiet mit ganz besonders hoher biologischer Arten-Vielfalt durch fragwürdigen Wohnungsbau zu zerstören].

Aus:
Berlin-Online, 3. September 2014, xx.xx Uhr MESZ (Hellersdorf). [Original]

MARZAHN-HELLERSDORF (Bezirksamt). Der Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Christian Gräff setzt in der "Lokalen Agenda 21 – Strategie 2020" auf erreichbare Erfolge. Das Spektrum reicht von Gutachten und Pflege- und Entwicklungsplänen für Schutzgebiete über Maßnahmen der Umweltbildung der Mitglieder des Netzwerks Umweltbildung bis hin zu Veröffentlichungen im "Grünblick".

"Global denken – lokal handeln!"

... dieses Motto gilt auch für Marzahn-Hellersdorf. Mit der Strategie 2020 der Lokalen Agenda 21 erhalten alle Einwohnerinnen und Einwohner gemeinsam mit der Verwaltung und den Partnern des Runden Tisches Umwelt und Umweltbildung die Möglichkeit, aktiv zur Lösung globaler Probleme beizutragen, lokale Nachhaltigkeitsstrategien zu entwickeln, umzusetzen und für jedermann vorbildlich und nachvollziehbar zu präsentieren.

Grundlage der Strategie 2020 sind der Beschluss einer "Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt" der Bundesregierung aus dem Jahr 2007 und die "Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt", die im Juni 2012 veröffentlicht wurde. Marzahn-Hellersdorf hat die Erklärung zur Mitwirkung am "Countdown 2010" unterschrieben und ist seitdem intensiv gemeinsam mit allen Partnern des Runden Tisches zunächst als Netzwerk "Countdown 2010", nun als Netzwerk "ErlebnisStadtNatur" an dem Prozess beteiligt.

Die "Lokale Agenda 21 – Strategie 2020" wird von Christian Gräff am 8. September in der Naturschutzstation Schleipfuhl [Hermsdorfer Straže 11A, 12627 Berlin-Hellersdorf] näher erläutert. Beginn ist um 12 Uhr. An diesem Tag sind alle Interessierten herzlich eingeladen zu einer Führung über das Gelände – Überraschungen inklusive.



W O H N U N G S P O L I T I K

Berlin landet beim Wohnungsneubau auf dem vorletzten Platz

Wohnungsbauer – darunter die Groth-Gruppe – gaben BulwienGesa-Studie in Auftrag.

Aus:
Berliner Morgenpost, 9. September 2014, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN (BM). Auch wenn die Berliner angesichts der vielen Baustellen in der Stadt einen anderen Eindruck haben: Für den Wohnungsbau drehen sich in Berlin immer noch vergleichsweise viel zu wenige Baukräne. Das geht aus der Fachstudie "Lösungsansätze Wohnen" hervor, die das Analysehaus BulwienGesa am Montag [8.9.2014] vorgelegt hat. Obwohl Berlin zuletzt jährlich zwischen 40.000 und 50.000 neue Einwohner mit Wohnraum versorgen musste, liegt die Neubauleistung in der Bundeshauptstadt im Vergleich der 7 größten Städte Deutschlands auf dem vorletzten Platz. Laut Studie werden in Berlin pro Tausend Einwohner aktuell 10 neue Wohnungen geschaffen. Zum Vergleich: Spitzenreiter Frankfurt/Main baut 35 Wohneinheiten je 1000 Einwohner, München 18 und Hamburg immerhin noch 15. Lediglich Stuttgart liegt mit 7 Wohnungen je 1000 Einwohner noch hinter Berlin.

Obwohl insbesondere der Mietenmarkt angespannt ist, werden in Berlin zudem lediglich 41 % der Wohnungen als Mietwohnungen errichtet, 40,1 % entfallen auf Eigentumswohnungen und 18,9 % gehen an Kapitalanleger. In Hamburg dagegen beträgt die Mietwohnungsquote inzwischen knapp 70 %, in Frankfurt und Düsseldorf mehr als 50 %.

Um das zu ändern und den Mietenmarkt durch Neubauten tatsächlich zu entlasten, so die Autoren der Studie, müssten politische Rahmenbedingungen geändert werden. So müssten Bauverpflichtungen und Wiederverkaufsfristen eingeführt werden, um Grundstücksspekulationen zu erschweren. Außerdem schlagen die Analysten vor, die Grunderwerbssteuer für Bauträger, die besonders schnell mit dem Bauen beginnen, um mehrere Prozentpunkte zu senken und Abweichungen und Befreiungen vom Bebauungsplan großzügiger zu bewilligen.

Auftraggeber der Studie sind 10 große deutsche Wohnungsbauer, darunter etwa Hochtief, Buwog oder die Groth Gruppe, die allesamt auch in Berlin aktiv sind. "Unsere Vorschläge sind trotzdem sozial ausgewogen", betont Bulwiengesa-Vorstand Andreas Schulten. Grundstücksspekulation oder ausufernde Bürokratie hätten schließlich negative Auswirkungen sowohl für den Bauträger als auch für die Mieter, indem sie Bauvorhaben verteuern und verzögern.



W O H N U N G S P O L I T I K

Bessere Häuser für kleines Geld

Mieterbund und Wirtschaft wollen die Kaltmieten für Neubauwohnungen drücken – mithilfe des Staats.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 11. September 2014, Seite 17 (Wirtschaft). Die Zwischentitel aus der Online-Fassung übernommen. [Original]

BERLIN (Tsp). Nicht nur in Metropolen wie Berlin boomt das Geschäft mit Luxuswohnungen. Zehntausende bezahlbare Mietwohnungen fehlen. Mieterbund und Wirtschaft sehen den Staat in der Bringschuld.

Wenig Raum, viele Interessenten: Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage am deutschen Immobilienmarkt hat in den vergangenen Jahren die Preise für Kauf und Miete von Wohnungen und Häusern in die Höhe schnellen lassen. Besonders in Großstädten und Ballungszentren dauert die Suche nach einem bezahlbaren Dach über dem Kopf oft Monate, kostet Nerven und bringt vor allem einkommenschwache Singles, Studierende und Familien oft an den Rand der Verzweiflung.

Ein Bündnis aus Deutschem Mieterbund und 7 Wirtschaftsverbänden hat jetzt die Politik dazu aufgerufen, der seit langem bekannten und von vielen beklagten Misere am Wohnungsmarkt endlich Einhalt zu gebieten – und dafür eine Reihe von Vorschlägen auf den Tisch gelegt.

„Wir brauchen neue Wohnungen insbesondere im mittleren und unteren Preissegment“, sagte Mieterbund-Geschäftsführer Lukas Siebenkotten am Mittwoch [10.9.2014] in Berlin.

Verbände: 40.000 Mietwohnungen fehlen

Um kleine und mittlere Einkommensschichten nicht vom Wohnungsmarkt abzukoppeln, müssen aus Sicht des „Verbändebündnis Wohnungsbau“ in Deutschland vor allem die Kaltmieten für Neubauwohnungen sinken. „Der Markt alleine wird es nicht richten“, warnte der Präsident des Gesamtverbandes der Wohnungswirtschaft, Axel Gedaschko.

40.000 Mietwohnungen müssten nach den Berechnungen des Bündnisses pro Jahr in Deutschland zusätzlich gebaut werden, um den Bedarf zu decken. Zwar drehen sich vielerorts die Kräne: Allein von Januar bis Juni genehmigten die Behörden laut Statistischem Bundesamt bundesweit 137.000 neue Wohnungen, knapp 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Leerstand so niedrig wie seit 20 Jahren nicht

Wenn der Richtkranz hochgezogen wird, stehen jedoch oft Limousinen und schwere Geländewagen vor dem Bauzaun. Luxusdachgeschosse und Lofts haben sich nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in vielen anderen Metropolen glänzend verkauft; nicht selten wurde dort zu Preisen von 3.500 bis 4.500 Euro je Quadratmeter gebaut.

Günstige Wohnungen sind dagegen vielerorts kaum noch zu finden. Von den landes- und genossenschaftseigenen Wohnungen in Berlin beispielsweise steht durchschnittlich nur noch jede fünfzigste Wohnung leer, so wenig wie seit mindestens 1995 nicht – ältere Zahlen hat der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen nicht. Und wer eine günstige Innenstadtwohnung hat, will sie am liebsten gar nicht mehr hergeben – die Umzugsquote in Berlin sinkt weiter.

Ein Drittel für die Miete ist vertretbar

Nach dem Willen des Mieterbundes und der Immobilienbranche soll der Staat künftig vor allem den Wohnungsbau stärker fördern, um die Not am Wohnungsmarkt zu lindern – und das Mietniveau auch für kleine und mittlere Einkommensschichten auf einem erträglichen Level zu halten. Haushalte könnten bis zu einem Drittel ihrer Einkünfte für Miete ausgeben, sagte Wissenschaftler Matthias Günther vom Pestel-Institut in Hannover. Er hat im Auftrag des Wohnungsbau-Bündnisses ausgerechnet, wie sich die Mieten für Neubauwohnungen drücken lassen.

Die Forscher nennen in ihrer Studie 3 Stellschrauben, um das zu bewerkstelligen. Zum einen sollten Bauherren künftig jährlich 3 oder 4 statt bisher 2 Prozent der Baukosten von der Steuer absetzen dürfen, fordern die Wissenschaftler. Durch öffentliche Förderprogramme ließen sich zudem die Finanzierungskosten für Neubauwohnungen um 1 Prozent senken.

Staat soll die Grundstücke billiger verkaufen

Aber auch Bund und Kommunen sehen die Studienautoren in der Pflicht: Sie sollten Grundstücke für Mietwohnungsbau in Zukunft 25 Prozent billiger als bisher anbieten. Seien alle Forderungen erfüllt, ließen sich die Kaltmieten um bis zu 4,14 Euro je Quadratmeter senken, sagte Günther.

Die Gesamtkosten ihrer Vorschläge für bezahlbares Wohnen nannten die Wirtschaftsverbände allerdings nicht. Sie betonten aber, das Programm werde sich für den Staat rechnen. „Der Bau der Häuser wird einen ordentlichen Schub an Steuern und Sozialabgaben bringen“, sagte Günther. Rund ein Drittel der Investitionskosten für Neubauten fließe so an den Staat zurück.



M A S T E R P L A N   F Ü R   L I C H T E R F E L D E

Präsentation der Pläne für "Parks Range"

Aus:
Berliner Morgenpost, 18. September 2014, Seite xx (Aus den Bezirken). [Original]

STEGLITZ-ZEHLENDORF (BM). Die Planungen für den Bau der neuen Wohnsiedlung "Parks Range" südlich [westlich] der Osdorfer Straße kommen voran. Am morgigen Freitag [19.9.2014] wird es einen erneuten und vorläufig letzten Workshop mit Bezirk, Bauherr und Experten geben, in dem der überarbeitete städtebauliche Entwurf präsentiert wird.

In die Pläne sind verschiedene Änderungswünsche eingeflossen. Auf dem fast 100 Hektar großen Areal will die Groth-Gruppe etwa 2.500 Wohnungen bauen. Knapp 40 Prozent der Fläche wird bebaut, der größte Teil bleibt der Natur erhalten. Das Gelände wurde bis zum Abzug von US-Truppen genutzt. Sie trainierten dort den Häuserkampf. [mehr]



N E U B A U - T A G U N G

Bei Bauprojekten sollen die Berliner mehr mitreden können

Die Akzeptanz für Neubauprojekte in Berlin ist gering – das zeigt nicht zuletzt der Bürgerentscheid zum Tempelhofer Feld. Die Politik kündigten daher mehr direkte Demokratie an. Doch damit hapert es.

Aus:
Berliner Morgenpost, 23. September 2014, 11.48 Uhr MESZ (Berlin). [Original]

      THF-Flyer
^   Flyer der THF-BI.
BERLIN (BM). "In Deutschland wird Partizipation sehr verklärt. Die Gefahr des Mitmach-Zeitalters ist aber, das Politiker jede Verantwortung abwälzen und Partikularinteressen missbräuchlich durchgesetzt werden." Die mahnenden Worte von Hannes Grassegger, Publizist und Ökonom aus dem "Mutterland der direkten Demokratie", der Schweiz, sorgten für betroffene Mienen bei den Teilnehmern, die am Montag [22.9.2014] zur Neubautagung des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) in das Seminaris-Hotel in Dahlem gekommen waren. Das Thema der diesjährigen Tagung lautete schließlich "Aktive Kommunikation – erfolgreicher Neubau". Damit hapert es noch immer in Berlin.

Obwohl der Senat und Wohnungsverbände immer wieder öffentlich darauf hingewiesen hatten, dass seit 2011 rund 254.000 Bürger zusätzlich mit Wohnraum versorgt werden müssen, verhallt der Appell nach breiterer Akzeptanz für neue Wohnungen auch in der eigenen Nachbarschaft bislang ungehört. So wurde das größte aktuelle Wohnungsbauvorhaben mit 4.700 Wohnungen am Rande des Tempelhofer Feldes per Volksentscheid im Mai verhindert, und ein bezirklicher Bürgerentscheid bremste das Bauvorhaben auf einem Teilareal der Kleingartenkolonie Oeynhausen mit 700 Wohnungen in Wilmersdorf aus. Inzwischen gibt es ein breites Bündnis von Bürgerinitiativen, das weiter Bauvorhaben verhindern will. Die verantwortliche Politik reagierte zerknirscht und gelobte Besserung: SPD und CDU kündigten mehr direkte Demokratie an.

Konzept für Tempelhofer Feld

Doch wie schwierig der Dialog mit dem Bürger sein kann, davon zeugt die Auseinandersetzung um ein knapp 100 Hektar großes ehemaliges US-Militärgelände in Lichterfelde-Süd. Am Dienstag [23.9.2014] wird der Investor, die Groth-Gruppe, im Rathaus Steglitz-Zehlendorf den Siegerentwurf vorstellen, der in einem aufwendigen Workshopverfahren ermittelt wurde. 2.500 Wohnungen sollen nun auf einer Fläche von 39 Hektar entstehen. Der Senat hatte dort ursprünglich 3.000 vorgesehen. Der Bürgerinitiative ist das jedoch zu viel: Sie möchte höchstens 1.800 Wohnungen. Man darf also gespannt sein, was letztlich gebaut wird.

In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung werden in dieser Woche erste konkrete Schritte zur angekündigten verstärkten Bürgerbeteiligung ausprobiert. Am kommenden Sonnabend [27.9.2014] laden Bausenator Michael Müller (SPD) und Tillmann Heuser vom BUND die Bürger ein, sich an dem Konzept zur künftigen Nutzung, Pflege und Entwicklung des Tempelhofer Feldes zu beteiligen. Denn dieses soll von den Bürgern selbst "in einem breiten und konstruktiven Dialog" erarbeitet werden, so Müller. Ort: Zollgarage im Flughafen Tempelhof, Columbiadamm 2-6. Zeit: 14-17 Uhr. Voranmeldung unter 030/885 91 40 oder per Mail an tempelhof@planergemeinschaft.de.



M A S T E R P L A N   F Ü R   L I C H T E R F E L D E

Städtebaulicher Entwurf für Berlin-Lichterfelde ausgewählt

Aus:
Haufe.de, 23. September 2014, xx.xx Uhr MESZ (News). [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN-LICHTERFELDE (haufe.de). Das städtebauliche Konzept von Casanova + Hernandez Architects wurde als Masterplan für ein neues Wohnviertel in Lichterfelde-Süd ausgewählt. Hier sollen 2.500 neue Wohnungen entstehen, mehr als 500 davon werden von kommunalen Wohnungsunternehmen erbaut.

Das neue Wohnviertel entsteht auf einem 96 Hektar großen ehemaligen Truppenübungsgelände. Wohnungen, Kitas, Schulen, Nahversorgungs- und Infrastruktureinrichtungen sollen auf knapp 40 Prozent dieser Fläche (39 Hektar) errichtet werden, 57 Hektar des Geländes sollen als "Grüne Mitte" erhalten bleiben.

Insgesamt sind 2.500 Miet- und Eigentumswohnungen geplant. "Dabei ist uns nicht nur das städtebauliche Konzept wichtig, sondern auch der Anteil an bezahlbaren Mietwohnungen", sagte Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär für Bauen und Wohnen. Mehr als 500 der neuen Wohnungen sollen von kommunalen Berliner Wohnungsunternehmen errichtet, langfristig im Bestand gehalten und belegungsgebunden für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter Nettokaltmiete angeboten werden.

Der Entwurf des Rotterdamer Architektenbüros wurde im Rahmen eines mehrstufigen städtebaulichen Workshop-Verfahrens ausgesucht. Acht Architektenbüros hatten sich mit Entwürfen beteiligt. Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros war es, Entwürfe zur künftigen städtebaulichen Struktur, zum Nutzungskonzept, zur Anbindung und inneren Erschließung des Plangebietes sowie zur Verbindung der Quartiere untereinander und mit der geplanten "Grünen Mitte" zu erarbeiten und einem Fachgremium zu präsentieren. "Schon im Vorfeld des Städtebaulichen Workshops wurden Wünsche und Bedenken der Anwohner bei einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung sowie im Rahmen einer offenen Werkstatt gesammelt und diskutiert", sagte Bezirksbürgermeister Norbert Kopp. [mehr]



M A S T E R P L A N   F Ü R   L I C H T E R F E L D E

Masterplan für das neue Wohnviertel in Lichterfelde-Süd entschieden

Aus:
Deal-Magazin, 23. September 2014, xx.xx Uhr MESZ (News).

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN-LICHTERFELDE (DM). Der Standort in Berlin Lichterfelde-Süd als grüner Wohnstandort mit rund 2.500 Wohnungen im Miet- und Eigentumsbereich ist das derzeit größte und anspruchsvollste Wohnungsbauprojekt Berlins. Das an die Thermometersiedlung grenzende ehemalige Truppenübungsgelände umfasst 96 Hektar. Das neue Viertel entsteht inklusive Nahversorgungs- und sonstigen erforderlichen Wohnfolge- und Infrastruktureinrichtungen auf knapp 40 Prozent dieser Fläche (39 Hektar), während 57 Hektar des Geländes als „Grüne Mitte“ erhalten bleiben. Hierfür sind vielfältige, auch landwirtschaftliche Nutzungen unter gleichzeitiger weitgehender Bewahrung und Weiterentwicklung der vorhandenen Biotope und Lebensräume schützenswerter Arten vorgesehen.

Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup: „Wohnungsneubau ist das wichtigste Instrument, um steigenden Mieten zu begegnen. In Lichterfelde Süd werden rund 2.500 Wohnungen entstehen. Dabei ist uns nicht nur das Städtebauliche Konzept wichtig, sondern auch der Anteil an bezahlbaren Mietwohnungen. Mehr als 500 der neuen Wohnungen sollen von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften des Landes Berlin errichtet, langfristig im Bestand gehalten und belegungsgebunden für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter (netto/kalt) vermietet werden. Wir werden außerdem einen städtebaulichen Vertrag auf Basis des Ende August in Kraft getretenen Berliner Modells der kooperativen Baulandentwicklung abschließen, um darin auch die Versorgung mit Infrastruktur und preisgünstigen Wohnungen zu vereinbaren.“

Zum Städtebaulichen Workshop für den Masterplan wurden die folgenden 8 national und international renommierten Architekturbüros eingeladen: Casanova + Hernandez Architekten, Rotterdam; Christoph Kohl Gesellschaft von Architekten, Berlin; Cramer Neumann Architekten, Berlin; Grüntuch-Ernst Architekten, Berlin; Hilmer & Sattler + Albrecht, München + Berlin; Lorenzen & Partner, Kopenhagen + Berlin; nps tchoban voss, Hamburg + Berlin +Dresden; O3 Architekten, München.

Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros war es, Entwürfe zur künftigen grundsätzlichen städtebaulichen Struktur, zum Nutzungskonzept, zur Anbindung und inneren Erschließung des Plangebietes sowie zur Verbindung der Quartiere untereinander und mit der „Grünen Mitte“ zu erarbeiten und einem Fachgremium zu präsentieren.

Bezirksbürgermeister Norbert Kopp: „Ein Projekt dieser Größenordnung lässt sich nur mit guten Planern, intensiver Bürgerbeteiligung und größtmöglicher Transparenz umsetzen, darüber waren sich der Bezirk und die Groth-Gruppe als Projektentwickler von Anfang an einig. Schließlich mussten bei diesem Bauvorhaben auch die soziale und infrastrukturelle Anbindung des neuen Quartiers an den vorhandenen Kiez sowie ein Nutzungskonzept für die ‚Grüne Mitte‘ bedacht werden. Das mehrstufige Workshop-Verfahren hat sich hier bestens bewährt und bietet eine Grundlage für die weitere Ausarbeitung des Masterplans.“

Schon im Vorfeld des Städtebaulichen Workshops wurden Wünsche und Bedenken der Anwohner bei einer öffentlichen Bürgerinformationsveranstaltung sowie im Rahmen einer offenen Werkstatt gesammelt und diskutiert, um sie in die städtebauliche und landschaftsplanerische Flächenentwicklung einfließen zu lassen. Zudem waren Bürgervertreter und Vertreter des Aktionsbündnis am Workshop-Verfahren beteiligt.

Bezirksstadtrat Norbert Schmidt: „Wesentlich für den Erfolg des Workshops war sowohl die Zusammensetzung der Jury mit ausgewiesenen Experten für die verschiedenen Fachbereiche, als auch die Tatsache, dass die Workshop-Präsentationen und die Entscheidungen unter Beteiligung einer großen Anzahl von Verantwortlichen stattfanden, um größtmögliche Transparenz und Mitsprache zu gewährleisten.“

Dem Entscheidungsgremium für den von der Freien Planungsgruppe Berlin GmbH organisierten Städtebaulichen Workshop gehörten an: Bezirksbürgermeister Norbert Kopp, die Bezirksstadträte Norbert Schmidt und Christa Markl-Vieto, Klaus Groth und Gerd Unger für die Groth-Gruppe, die Leiterin des Stadtentwicklungsamtes Sabine Lappe, der Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, die Architekten und Stadtplaner Prof. Kirsten Schemel (Berlin), Prof. Klaus Trojan (Darmstadt), Prof. Michael Braum (IBA, Heidelberg) sowie Andreas Rietz vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Moderation hatte Prof. Hildebrand Machleidt (Berlin). Fachlich begleitet wurde das Gremium nicht nur durch Politiker aller Fraktionen aus der BVV Steglitz-Zehlendorf und Bürgervertretern, sondern auch durch Vertreter des Natur- und Umweltamts, des Stadtentwicklungsamts, des Straßen- und Grünflächenamts, des Schul- und Sportamts, des Jugendamts, der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Experten für Fauna, Flora, Verkehr, Schallschutz und Klimaökologie.

Bezirksstadträtin Christa Markl-Vieto: „Ein besonderes Augenmerk bei der Planung galt dem verantwortungsvollen Umgang mit den hochwertigen Biotopen und Lebensräumen schützenswerter Arten auf dem Areal. Diese zu sichern und im Konzept der ‚Grünen Mitte‘ weiterzuentwickeln war und ist daher Gegenstand eines gesonderten landschafts-planerischen Fachworkshops.“

Ein weiteres Ziel des Städtebaulichen Workshops war es, das neue Quartier in größtmöglicher architektonischer Vielfalt zu entwickeln. Hierzu erklärte der geschäftsführende Gesellschafter der Groth-Gruppe Klaus Groth: „Alle Teilnehmer am Workshop haben hochwertige Entwürfe mit ausdifferenzierten städtebaulichen Lösungen vorgelegt. Im Gegensatz zum klassischen Architekturwettbewerb erlaubt uns das diskursive Workshop-Verfahren sämtliche eingebrachten Ideen zu nutzen, immer im Sinne eines zukunftsweisenden und lebenswerten neuen Quartiers.“

Nach einer ersten Überarbeitungsrunde mit allen 8 teilnehmenden Architekturbüros empfahl die Jury am 27.08. dann die Entwürfe von casanova + hernandez architects und nps tchoban voss einer weiteren Überarbeitung. Am 19. September fiel dann die Entscheidung, welches der beiden Konzepte die Grundlage für den zukünftigen Masterplan bilden wird. Dort wurde das städtebauliche Konzept von CASANOVA + HERNANDEZ ARCHITECTS (Rotterdam) einstimmig als Masterplan ausgewählt und wird nun zur Grundlage für das anschließende Bebauungsplanverfahren sowie für die parallel laufende Änderung des Flächennutzungsplans (FNP). [mehr]



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Das größte Neubauprojekt der Stadt

Masterplan für ein neues Wohnviertel in Lichterfelde.

Aus:
RBB, Berlin, 23. September 2014, xx.xx Uhr MESZ (Info-Radio + Abendschau). [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN (rbb). Immer mehr Menschen ziehen nach Berlin. Wohnungen werden allmählich knapp, Bauland ist rar. Einen Lichtblick gibt es in Lichterfelde-Süd. Dort sollen auf einem ehemaligen Militärgelände 2.500 Wohnungen entstehen, das wäre momentan das größte Neubauprojekt der Hauptstadt. Die konkreten Pläne wurden nun vorgestellt, es gab nicht nur Lob.

Ob Gassi gehen mit dem Hund, Fahrradfahren oder Joggen – noch ist das fast 100 Hektar große Areal am Rande der Hauptstadt eine grüne Oase. Vor allem für die Anwohner der sogenannten Thermometersiedlung in Lichterfelde-Süd. Hinter deren Hochhäusern haben die US-Truppen zu Mauerzeiten den Häuserkampf trainiert. Inzwischen ist hier viel Grün, im Landschaftspark weiden Pferde, hinter Stacheldrahtzäunen sind Schrottcontainer geparkt.

Vorstellung der Baupläne

Geht es nach Immobilienunternehmer Klaus Groth, wird hier in ein paar Jahren das Leben pulsieren. Er plant ein neues Stadtviertel mit bis zu zehnstöckigen Häusern, gebaut werden aber auch Reihen- und Doppelhäuser. Die unterschiedlichen Typologien im Wohnungsbau sollen ein urbanes Gebiet ergeben, erzählt Groth, mit ganz unterschiedlicher "Geschossigkeit". Sehr grün soll es im neuen Quartier werden, eine "grüne Mitte wie in einem Erholungsgebiet", so Groth. Das städtebauliche Konzept stammt von Casanova + Hernandez Architects und wurde als Masterplan für das neue Wohnviertel ausgewählt.

Entlastung für den Wohnungsmarkt

Das neue Viertel soll künftig etwa 10.000 Menschen ein neues Zuhause bieten. Neben Miets-, Reihen- und Doppelhäusern sind Tiefgaragen, Spielplätze, Schulen und Sportplätze geplant. Auch die S-Bahn ist nicht weit entfernt. Die Groth-Immobiliengruppe will insgesamt etwa 800 Millionen Euro investieren. Der Senat unterstützt das Vorhaben, erklärt Bau-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. "Jeder der auf dem Wohnungsmarkt unterwegs ist, merkt seit 2 bis 3 Jahren, dass die Preise steigen. Wir brauchen neben einer guten Bestandspolitik dringend neuen Wohnungsbau." Deshalb sei es sehr schön – so Lütke Daldrup - wenn in Lichterfelde-Süd in den nächsten 6, 7, 8 Jahren mehr 2.500 neue Wohnungen entstehen: "Ein wichtiger Beitrag, um den Wohnungsmarkt zu entspannen."

Ist das Viertel überdimensioniert?

Immerhin soll die Hälfte dieser Wohnungen im neuen Quartier am Stadtrand vermietet werden, ein Teil davon "belegungsgebunden" von kommunalen Wohnungsunternehmen für nur 6 Euro 50 kalt, verspricht Lütke Daldrup.

Trotzdem betrachten viele Anwohner das Neubau-Projekt mit Argwohn. Es sei vor allem viel zu groß, moniert Gerd Niebergall vom Aktionsbündnis Landschaftspark Licherfelde-Süd. Er fürchtet, dass viel Natur dem Quartier zum Opfer fallen könnte. Und dass der Nahverkehr kollabieren könnte, wenn die Wohnungen bezogen sind. "Wir fordern dass nur so viel gebaut wird, wie auch das Verkehrssystem aufnehmen kann". Bei der Bebauung müssten vor allem die Bedürfnisse der Menschen mit berücksichtigt werden, die jetzt schon dort leben, sagt Niebergall.

Immerhin sollen 60 Prozent des Areals der Natur erhalten bleiben, kontert der Investor. In den kommenden Monaten soll das Projekt intensiv diskutiert und vorangetrieben werden, bevor – wie geplant – 2016 in Lichterfelde-Süd die Bagger anrolle. [
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B.Z. erklärt Berlins größtes Bauprojekt

Wo früher die Panzer übten, entstehen jetzt 2.500 Wohnungen

Aus:
B.Z., Berlin, 24. September 2014, Seite 9 (Berlin) mit 4 Abb. [Original in PDF]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN (hb). Roter Sonnenhut wiegt sich imWind. Ein Radler strampelt auf einem Mountainbike. Am Horizont schemenhaft Berlins größtes Bauprojekt: 2.500 Wohnungen, Reihen- und Doppelhäuser. Lichterfelde-Süd 2020!

Jahrzehntelang war das Areal ein weißer Fleck auf dem Stadtplan, das US-Militärgelände „Parks Range“. Sogar aus dem Ausland rückten Einheiten an, um mit Panzern und Hubschraubern Häuserkampf in einer Geisterstadt zu üben.

Vor 2 Jahren hat die Groth-Gruppe die 100 Hektar gekauft. 60 % werden als Landschaftsschutzgebiet erhalten – mit seltenen Feuerfaltern, Wechselkröten, Zauneidechsen. Aber der nördliche Rand zur Thermometer-Siedlung wird ab 2016 bebaut. Ein 800-Millionen-Projekt.

„Es ist nicht irgendein Bauvorhaben. Es erfordert eine hohe Sensibilität“, sagte Baustadtrat Norbert Schmidt (64, CDU), bei der Vorstellung des Masterplans:

>  Es gibt 6 [Wohn-]Quartiere, die jeweils grüne Keile trennen.

>  Jedes Quartier gruppiert sich um einen Platz mit großem Baum, hat unterschiedliche Gebäudetypen – vom Reihenhaus (ab 280.000 Euro [Ed: also mehr als 1/2 Mio. DM]) bis zum Zehngeschosser. 500 Wohnungen werden schlüsselfertig für städtische Gesellschaften errichtet (ab 6,50 Euro/Quadratmeter).

>  In Höhe des S-Bahnhofes sind Marktplatz, Schule, Sportplätze geplant.

Sonnenhut, Astern wiegen sich auf dem 35 Meter breiten Streifen mit Spielplätzen, Geh- und Radweg – der Puffer zwischen Häusern und Landschaftsschutzzone. [mehr]



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Lichterfelde wächst über sich hinaus

Tief im Süden, wo einst die US-Soldaten trainierten, wird ein neues Viertel geplant. Jahrelang wurde geredet – nun sollen 2.500 Wohnungen entstehen.

Aus:
Der Tagesspiegel, Berlin, 24. September 2014, Seite 11 (Berlin) mit 2 Abb. Dokumentiert ist hier die Online-Fassung des Artikel-Texts, wie er im Zehlendorf-Blog der Zeitung erschien. In der Print-Fassung ist der Text etwas gekürzt und modifiziert. [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN-LICHTERFELDE (Tsp). In Lichterfelde-Süd entsteht ein neues Viertel, bisher „Hybrid City“ genannt, das derzeit größte Wohnungsbauprojekt Berlins. Etwa 2.500 Wohnungen sollen geschaffen werden auf der „Parks Range“, dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz, der südlich der Thermometersiedlung an Brandenburg grenzt.

Nachdem die US-Truppen vor 20 Jahren abzogen, lag das 96-Hektar-Gelände weitestgehend brach. Da habe sich ein Landschaftsbild entwickelt, das der Natur vor 5000 Jahren gleicht, sagt Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne). Der Bauunternehmer und Grundstückseigentümer Klaus Groth plant für 800 Millionen Euro [Ed: im Mittel also 320.000 Euro pro Wohnung] die Randbebauung des Biotops.

Am Dienstag [23.9.2014] stellte das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf den Masterplan vor – dieser wurde in einem städtebaulichen Workshop erarbeitet, den die „Freie Planungsgruppe Berlin“ organisiert hatte.

Acht Architekturbüros nahmen teil; die elfköpfige Jury bestand aus Bezirksbürgermeister Norbert Kopp (CDU), Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU), Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne), dem Staatssekretär für Bauen und Wohnen Engelbert Lütke Daldrup, Unternehmensvetretern, Stadtentwicklungsamtsleiterin Sabine Lappe, Andreas Rietz vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) und weiteren Architekten.

Sie stimmten für das Konzept von „Casanova + Hernandez Architects“.

Aktionsbündnis kritisiert das Projekt

Auf rund 39 Hektar soll Wohnfläche entstehen und wie ein nach unten geöffnetes Hufeisen nördlich an die restlichen 57 Hektar Grünfläche grenzen. Diese sollen als „Grüne Mitte“ erhalten bleiben.

comment! Berlin brauche neue Wohnungen, argumentierte Stadtrat Schmidt. Der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld habe „diese Erkenntnis nicht geändert, eher verstärkt.“ Lütke Daldrup stimmte zu: Der Wohnungsneubau sei das wichtigste Instrument, um steigenden Mieten zu begegnen. Vorgesehen sind 6 zehngeschossige Bauten [Ed: hm, in der Planzeichnung steht bei diesen Punkthochhäusern aber eine XII], 25 Sechsgeschosser, hauptsächlich vierstöckige Gebäude und außerdem [606] Doppel- und Reihenhäuser.

Aber es gibt Kritik von Bürgern: Das „Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde Süd“ erhebt zum Beispiel den Vorwurf, die Planung verhindere soziale Stadtentwicklung, der neue Stadtteil sei kein Beitrag für bezahlbaren Wohnraum.

Lütke Daldrup betonte, dass man ein „gemischtes Viertel“ aufbauen wolle. Es sei die Priorität des Projekts, die Bauten in das Umfeld zu integrieren. Im Norden soll Kleingewerbe entstehen, eine Schule und andere öffentliche Einrichtungen – die könnten von Thermometer- und Hybridsiedlung gleichermaßen genutzt werden.

Laut Masterplan liegt der Anteil von Mietraum zum Wohneigentum bei eins zu eins. Mehr als 500 Wohnungen, so Lütke Daldrup, sollten von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften errichtet und vermietet werden, für durchschnittlich 6,50 Euro pro Quadratmeter netto und kalt. Beim Kauf könnte Quadratmeterpreis zwischen 3.000 und 3.500 Euro liegen, ergänzte Groth. Das habe man aber noch nicht genau kalkuliert.

Die Gebäude sollen – typologisch gemischt – in 6 Quartieren gruppiert werden, jeweils um einen großen Marktplatz herum. Ein bis zu 35 Meter breiter „Bufferpark“, mit Spielplätzen gespickt, soll die Grenze bilden zwischen der belastbaren Wohn- und der empfindlichen Grünfläche. Soweit wie möglich solle diese der Öffentlichkeit zugänglich sein, dabei aber „soweit wie nötig geschützt“, sagte Stadträtin Markl-Vieto. Sie hofft, dass die Senatsverwaltung die Fläche zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Die Pferde, die bis jetzt auf dem Gelände weiden, sollen bleiben.

Bedenken wegen der Verkehrssituation

Derweil übte das Aktionsbündnis auch Kritik an der Verkehrssituation: „Der neue Stadtteil ist automobil jetzt nur über die Osdorfer Straße zu erschließen, die aber selbst nach bezirksamtlicher Auffassung schon heute bis zur Belastungsgrenze ausgereizt ist“, so die Kritiker.

Man wolle versuchen, ein autoarmes Quartier zu schaffen, entgegnete Hildebrand Machleidt, Stadtplaner und Architekt, der im Vorfeld die Workshops moderierte. Im Norden gebe es Tiefgaragen, die Doppelhäuser hätten Garagen am Haus, die Reihenhäuser Carports. Dabei sei maximal ein Auto pro Wohnung vorgesehen. Für die Bewohner des zehnstöckigen Gebäudes laute der Schlüssel: 0,5 Autos pro Mietpartei. Außerdem könnten die Bewohner im Gewerbe- und Dienstleistungsbereich der Siedlung arbeiten. So müssten sie nicht pendeln, bräuchten gar kein Auto.

„Bahnlärm an der Schule“

Das Bündnis kritisiert weiter, dass die Grundschule an der Bahntrasse liegen soll. „Sobald auch noch der Flughafenshuttle fährt, werden einschließlich S-Bahn täglich circa 300 Züge an der Schule vorbei rollen.“ Auf diesen Kritikpunkt wissen Politiker und Planer noch nichts zu entgegnen. Man habe die Schule bewusst im soziokulturellen Zentrum des Quartiers geplant statt an den südlichen Siedlungszipfeln, hieß es. Akustiker müssten den Schulstandort noch prüfen, räumte Stadtrat Schmidt ein.

Ohnehin sei der Plan noch nicht in Stein gemeißelt. Das Land muss den Flächennutzungsplan ändern, erst 2015 soll das Bebauungsplanverfahren anlaufen – es basiert auf dem unverbindlichen Masterplan.

Investor Groth will das Quartier in architektonischer Vielfalt entwickeln. Damit begründete er das Workshop-Verfahren: Alle Teilnehmer hätten hochwertige Entwürfe vorgelegt. Sämtliche eingebrachten Ideen könne man jetzt nutzen, sagte Groth, anders als beim klassischen Architekturwettbewerb.

Er rechnet damit, dass die Bauarbeiten im April 2016 beginnen. [
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2.500 Wohnungen entstehen in Lichterfelde

Der Masterplan für 2.500 Wohnungen in Lichterfelde steht: Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf stellte am Dienstag den Gewinnerentwurf für das größte Entwicklungsgebiet im Berliner Südwesten vor.

Aus:
Berliner Zeitung, 24. September 2014, Seite xx (Berlin). [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN (rb). Im Süden von Lichterfelde soll eine neue Siedlung mit 2.500 Wohnungen, mit Schule, Kitas und Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf stellte am Dienstag [23.9.2014] den Gewinnerentwurf für das größte Entwicklungsgebiet im Berliner Südwesten vor – für den ehemaligen US-Truppenübungsplatz „Parks Range“ an der Grenze zu Brandenburg.

Der von der elfköpfigen Jury einstimmig zum Sieger erkorene Vorschlag des Rotterdamer Architekturbüros „Casanova + Hernandez“ wird als Grundlage für die Erarbeitung eines Masterplanes dienen. Aus diesem soll der Bebauungsplan abgeleitet werden. „Wir stehen erst am Anfang. Vor uns liegt noch ein langer, schwieriger Weg“, betonte Bezirksstadtrat Norbert Schmidt (CDU), in Steglitz-Zehlendorf zuständig für Stadtentwicklung. Änderungen an den Plänen seien daher immer noch möglich.

Investitionsbedarf bei 800 Millionen Euro

Investor Klaus Groth, dessen Unternehmen das Gelände zwischen Osdorfer Straße, Réaumurstraße und S-Bahn gehört, hofft, dass die Arbeiten im Frühjahr 2016 beginnen können. 5 bis 7 Jahre könnte dann die Bauzeit betragen. Den Investitionsbedarf schätzt er auf 800 Millionen Euro.

Nach den Vorstellungen der Architekten sollen am Rande des 97 Hektar großen Geländes 6 Quartiere entstehen. Reihenhäuser und mehrgeschossige Wohnblöcke sollen sich jeweils um einen Platz gruppieren. Die Planer streben eine sozial durchmischte Siedlung an. Insgesamt sind derzeit 600 Reihenhäuser und ebenso viele Eigentumswohnungen vorgesehen. Die restlichen Wohnungen sollen zur Miete angeboten werden, darunter knapp 500 als preisgünstiger Wohnraum.

Das Zentrum des Areals, genannt die „Grüne Mitte“, und der Süden der ehemaligen „Parks Range“ bleiben wohl der Natur überlassen. Auf dem früheren Truppenübungsplatz in Lichterfelde-Süd trainierten einst die US-Streitkräfte den Häuserkampf. Heute gilt er als eines der außergewöhnlichsten Biotope in der Stadt. Nach dem Abzug des US-Militärs 1994 ist eine Graslandschaft entstanden, auf der Pferde weiden. Ein Park soll künftig Wohn- und Naturraum miteinander verbinden. [
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In Lichterfelde entsteht Berlins größtes Wohnungsbauprojekt

Auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz "Parks Range" entsteht das größte Wohnungsbauprojekt Berlins zwischen Hochhäusern und Naturschutzgebiet. In 2 Jahren soll Baustart sein.

Aus:
Berliner Morgenpost, 24. September 2014, Seite xx (Bezirke). [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN (BM). Der Kontrast könnte deutlicher kaum sein: Auf der einen Seite stehen 60 Hochhäuser, 8 bis 21 Etagen hoch. Auf der anderen Seite weiden Pferde auf der Koppel, dort hat sich die Natur mit Feuerfalter, Moorfrosch und Zauneidechse ihr Revier zurückerobert.

Dazwischen entsteht das derzeit größte Wohnungsbauprojekt Berlins: Auf dem ehemaligen US-Truppenübungsplatz "Parks Range" in Lichterfelde-Süd wird ein neues Stadtviertel mit 2.500 Wohnungen gebaut. Etwa 800 Millionen Euro investiert die Groth-Gruppe in das Bauprojekt, für das 2016 der erste Spatenstich erfolgen soll. Geschäftsführer Klaus Groth rechnet mit einer Bauzeit von 5 bis 7 Jahren.

6 Quartiere als selbstständige Einheit

Der Anfang ist gemacht: In einem städtebaulichen Workshop für den Masterplan hat das Architekturbüro Casanova + Hernandez aus Rotterdam mit seinem Entwurf gesiegt. Am Dienstag [23.9.2014] wurde das Konzept vorgestellt – es wird die Grundlage für die Entwicklung eines Bebauungsplans sein.

Auf dem fast 100 Hektar großen Areal südlich [westlich] der Osdorfer Straße werden 39 Hektar bebaut. Die übrige Fläche soll den Status eines Landschaftsschutzgebiets erhalten, aber frei zugänglich werden. Das neue Stadtviertel wird aus 6 einzelnen Quartieren bestehen, die jeweils eine selbstständige Einheit bilden.

Jeder Kleinkiez ist ein Ensemble aus verschiedenen Haustypen, die sich um einen kleinen Stadtplatz gruppieren. Damit solle eine Identifikation mit dem jeweiligen Quartier und der Nachbarschaft erreicht werden, sagt Architektin Helena Casanova.

Miet- und Eigentumswohnungen

Insgesamt sind 600 zweigeschossige Reihen- und Doppelhäuser geplant, die weiteren 1900 Etagenwohnungen verteilen sich in vier-, sechs- und zehngeschossigen Gebäuden. In jedem der 6 Quartiere soll ein Hochhaus mit 10 Etagen stehen und es wie ein Nagel markieren.

Die 2.500 Wohneinheiten sind zur Hälfte Miet- und Eigentumswohnungen. Mehr als 500 Wohnungen sollen von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften errichtet und für etwa 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden. Das Mietniveau der anderen Apartments werde zwischen 8,50 und 10,50 Euro liegen, sagte Klaus Groth. Der Preis für die Eigentumswohnungen betrage 3.000 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter.

comment! Die größte Herausforderung für das niederländische Architekturbüro war es, eine Verbindung zwischen den Hochhäusern der Thermometersiedlung, dem neuen Stadtviertel und dem Naturgebiet zu schaffen. Dafür habe sie 7 sogenannte grüne Finger vorgesehen – Wege, die die Straßenfluchten in der Hochhaussiedlung aufnehmen und die sich durch das neue Quartier bis in die "Grüne Mitte" ziehen, sagt die Architektin. Die Wege führen vorbei an Grünflächen und Spielplätzen, die alle nutzen können.

Sportanlage, Stadtplatz, Geschäfte

In der Nähe des S-Bahnhofs Lichterfelde-Süd soll eine Schule mit Sportanlagen entstehen. Auf ihrem Weg von der S-Bahn in ihre Häuser kreuzen die künftigen Bewohner auch einen offenen großen Stadtplatz, mit Geschäften, kulturellen und sozialen Einrichtungen.

Dieser Platz soll das alte und das neue Wohnquartier zusammenführen. Ein ganz entscheidendes Element der Entwürfe ist eine "Pufferzone" – eine Grünfläche, die zwischen 15 und 35 Meter breit ist und die Häuser von dem sensiblen Naturschutzbereich abgrenzt.

Engelbert Lütke Daldrup, Staatssekretär für Bauen und Wohnen, lobte die Entwürfe für "ein gemischtes Stadtquartier, das mit der Nachbarschaft vernetzt und für verschiedene Einkommensschichten ist". Genau diese Vielfältigkeit sei im Wohnungsbau angestrebt. Jedes Jahr, so betonte er, müssten 10.000 neue Wohnungen in der Stadt entstehen.

Ungelöste Verkehrsprobleme

Kritik an den Plänen kommt vom Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd. Ursprünglich sei von 1.500 Wohnungen die Rede gewesen, sagt Sprecher Gerhard Niebergall. Es gebe ungelöste Verkehrsprobleme, ein zweiter S-Bahn-Ausgang sei überhaupt nicht berücksichtigt worden und die 25 Sechsgeschosser an der Osdorfer Straße würden das Viertel wie ein Burgwall abschotten.

Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) versicherte daraufhin, dass man sich mit dem Masterplan ganz am Anfang des Projekts befände und noch viele Etappen folgten, in denen die Pläne noch konkretisiert und überarbeitet werden. [
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[Das städtebauliche Konzept für Lichterfelde-Süd]



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2.500 Wohnungen für Berlin

Masterplan von Casanova + Hernandez.

Aus:
BauNetz.de, 26. September 2014, xx.xx Uhr MESZ (News) mit 5 Fotos. [Original]

Zum Plan für Lichterfelde-Süd
Stand: Sep. 2014
BERLIN (baunetz.de). Im Süden Berlins soll in Zukunft das Wohnungsbauprojekt Lichterfelde-Süd entstehen, das von den Projektentwicklern der Groth Gruppe als das „derzeit größte und anspruchsvollste“ der Hauptstadt bezeichnet wird. Am Dienstag [23.9.2014] wurde das Ergebnis des städtebaulichen Workshop-Verfahrens bekannt gegeben: Aus insgesamt 8 eingeladenen Architekturbüros wurde der Vorschlag des Rotterdamer Büros Casanova + Hernandez Architects ausgewählt. Ihr Siegerentwurf stellt damit die Grundlage für das kommende Bebauungsplanverfahren und parallel für die Änderungsmaßnahmen des Flächennutzungsplans dar. Die Liste der eingeladenen Büros:


Auf dem 96 Hektar großen, ehemaligen Truppenübungsgelände werden etwa 40 Prozent der Fläche bebaut, der Rest soll als so genannte „Grüne Mitte“ mit den hier vorhandenen Biotopen erhalten bleiben. Die 39 Hektar füllen sich sowohl mit kleinmaßstäblicher Bebauung als auch mit größeren Volumen. Alle Baukörper sind in einem Wechsel mit Grünanlagen platziert. Für sportlich aktive sieht die Planung ebenso Sportplätze vor.

Staatssekretär Lüdke-Daldrup ist als Mitglied des Entscheidungsgremiums der festen Überzeugung, dass man mit dem Bereitstellen von bezahlbarem Wohnraum den steigenden Mieten entgegnen kann. Deshalb sollen laut ihm von den 2.500 geplanten Wohnungen mehr als 500 von kommunalen Wohnungsbaugesellschaften errichtet und langfristig im Bestand gehalten werden. Im speziell für die Planung vorgesehenen städtebaulichen Vertrag soll das Bereitstellen von preisgünstigen Wohnungen festgehalten werden.

Im Gegensatz zu einem klassischen Architekturwettbewerb bestand bei diesem Workshop-Verfahren laut den Organisatoren die Möglichkeit, alle spannenden Ideen in den Planungsprozess zu integrieren. Auch sei mittels intensiver Beteiligung eine „größtmögliche Transparenz“ für die Bürger geschaffen worden. Es wird sich zeigen, ob die weitere Entwicklung dieses Wohnungsbau-Projekts am Rande Berlins sich weiterhin so heiter in die Tat umsetzen lässt. [mehr]



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    © 2014-2014  – Karl-Heinz Dittberner (khd) – Berlin   —   Last Update: 25.12.2014 19:17 Uhr