PLS-Logo |   Dokumentationen aus Medien — Teil 7

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    Stand:  8.11.2013   (75. Ed.)  –  File: PLS/Aus_Medien/AM_07.html



Die Presse hat noch nicht die (politische) Dimension des Gesamt-Konflikts um Lichterfelde-Süd erkannt und wohl auch deshalb bislang nur wenig berichtet — immerhin gibt’s doch schon einiges. Auf diesen Seiten werden ausgewählte Artikel und Texte zu den Planungs-Absichten bzw. -Ansinnen für Lichterfelde-Süd dokumentiert.

  Lichterfelde-Süd / Giesensdorf
Ständig benachteiligt!
Eine Abrechnung
 
Dabei gilt der allgemeine CopyRight-Hinweis. Archivort ist Houston (USA), wo das „fair use“-Prinzip gilt. Hier sind dokumentiert und manches auch in [Ed:...] kommentiert:

I n h a l t :       2012       [Artikel-Übersicht 2012]
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A U C H :   W I E   D I E   G R Ü N E N   D I E   C A - I M M O   H O F I E R T E N

Absehbar! – Rot-Schwarzer Betoncoup am Mauerpark

[Ed: In Mitte wollten SPD+GRÜNE Baurecht für die „CA Immo“ (ohne echte Bürgerbeteiligung) durchpowern, nach der Wahl nun SPD+CDU — und in Steglitz/Lichterfelde-Süd: Hier betreiben CDU+GRÜNE dieses fatale Geschäft].

Hinwei uf: Prenzlberger Stimme, Berlin, 25. Juni 2012, 22.23 Uhr MESZ (Bauen&Wohnen) von Dr. MICHAIL NELKEN. Der Autor ist Stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung von Pankow.
[Zum Artikel]   [Weiteres auf den Sonderseiten]



H E N R I K   T H O M S E N ,   C A   I M M O

„Grundstücke zu verschenken halte ich für Unsinn“

Aus:
Immobilien Zeitung – Nr. 27/2012, 5. Juli 2012, Seite 26 (Märkte). [Original]

BERLIN (iz). Henrik Thomsen ist Leiter der CA Immo in Berlin und damit Herr eines Großteils des Portfolios der ehemaligen Vivico, die vor 4 Jahren von der österreichischen CA Immo gekauft worden ist. Mit großen Entwicklungsgebieten auf nicht mehr benötigten Bahnflächen ist CA Immo kein konventioneller Investor, sondern gehört zu den Protagonisten in Berlin, die maßgeblichen Einfluss auf die Stadtentwicklung haben. Wie CA Immo mit dazu beitragen will, die soziale Durchmischung in der Innenstadt trotz drohender Wohnungsnot und steigender Mietpreise zu erhalten, erklärt Henrik Thomsen im Gespräch mit der Immobilien Zeitung.

Immobilien Zeitung: Angesichts eines immer knapper werdenden Wohnungsangebots in Berlin forderte der Verband Berlin Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) bereits vor zwei Jahren, dass die öffentliche Hand Grundstücke verschenken soll, damit neue günstige Mietwohnungen geschaffen werden können. Was halten Sie von dieser Idee?

Henrik Thomsen: Grundstücke zu verschenken halte ich für Unsinn. Es muss nicht gleich bei jeder Gelegenheit der Schrei losgehen, "der Staat muss fördern". Stattdessen müssen wir beim Wohnungsneubau andere Maßstäbe anlegen und andere Benchmarks setzen als bisher.

IZ: Als Mitarbeiter eines Unternehmens, das vor allem in zentralen Lagen reichlich Bauland auf Halde hat, haben Sie gut reden. Was meinen Sie konkret damit, dass man bei Wohnungsneubau andere Maßstäbe anlegen muss? Wollen Sie Abstriche bei der Qualität machen, um billiger bauen und vermieten zu können?

Die Warmmiete muss in den Fokus rücken

Thomsen: Nein, sicher nicht. Aber schauen Sie, bei der Berechnung der Miete gehen wir bisher immer von der Nettokaltmiete aus. Das ist in Zeiten, in denen die Betriebskosten durch energetische Maßnahmen reduziert werden können und trotz steigender Energiepreise recht konstant bleiben, mittlerweile ein falscher Ansatz. Um herauszufinden, ob sich Wohnungsneubau für Durchschnittsverdiener oder für Geringverdiener rechnet, muss man vielmehr fragen, wie viel kann beispielsweise eine vierköpfige Familie mit mittlerem Einkommen in Berlin pro Monat für die Miete aufwenden? Mit dieser Zahl muss man dann arbeiten und entsprechende Wohnkonzepte entwickeln.

IZ: Wie sollen diese Wohnkonzepte aussehen?

Thomsen: Bei der Planung einer Wohnung kann man durch optimierte Grundrisse Platz sparen. Ein Kinderzimmer muss nicht 20 m2 groß sein, es reichen auch 10 oder 11 m2. Großzügigkeit kann eine Wohnung dennoch beispielsweise durch eine Wohnküche erhalten. Derzeit beträgt die durchschnittliche Quadratmeterzahl pro Person in Berlin 38 m2. Das ist sehr viel und rührt natürlich auch daher, dass die Zahl der Einpersonenhaushalte bei 54 % liegt und Wohnungen für Singles ebenso eine Küche und ein Bad brauchen wie Einheiten für Mehrpersonenhaushalte. Aber es gibt auch Einzelpersonen, die in einer preiswerten 140-m2-Wohnung leben und sich bei einer Mieterhöhung beschweren, dass sie aus dem Kiez verdrängt werden.

IZ: Soll das heißen, Sie glauben nicht, dass in Berlin eine Gentrifizierung stattfindet und Besserverdienende weniger gut Betuchte aus der Innenstadt verdrängen?

Europacity mit Wohnen, Arbeit, Freizeit und Einkaufen

Thomsen: Natürlich findet ein Verdrängungsprozess statt, dem man entgegensteuern muss. Ich stamme aus Dänemark und habe diesen Prozess in Kopenhagen miterlebt. In der dänischen Hauptstadt brauchen viele Lehrer oder Polizisten eine Stunde, um zur Arbeit zu kommen. Eine Mietwohnung für eine Familie in der Innenstadt können sich Leute mit mittlerem Einkommen nicht leisten. In Berlin ist das noch anders, doch damit es so bleibt, muss gehandelt werden. Als einer der größten privaten Grundstückseigentümer in Berlin sind wir – gemeinsam mit anderen Partnern – aufgefordert, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

IZ: Ist das alles nur Theorie oder haben Sie schon gerechnet und können sagen, für wie viel Geld beispielsweise eine Familie mit mittlerem Einkommen eine Neubauwohnung in dem geplanten Quartier Europacity am Hauptbahnhof mieten kann?

Thomsen: Ganz so weit sind wir noch nicht. Aber wir planen in der Europacity, wie in all den großen Entwicklungsquartieren der CA Immo, ein durchmischtes Stadtviertel. Wir wollen keine Monostrukturen schaffen und beschäftigen uns mit der Frage, wie man die soziale Entmischung der Stadt vermeidet. Dies bedeutet Mischung von Wohnen, Arbeit, Freizeit, Einkaufen und anderen Nutzungen. Innerhalb der Wohnnutzung wollen wir diversifizierte Quartiere mit Miet- und Eigentumswohnungen unterschiedlicher Preisklassen schaffen. Das ist unser Begriff von nachhaltiger Stadtentwicklung.

IZ: Und wie wollen Sie dieses Ziel erreichen?

Thomsen: Wir alleine können dies nicht stemmen, zumal wir uns strategisch auf Büronutzung ausgerichtet haben. Wir brauchen also Partner, wollen mit den städtischen Wohnungsgesellschaften kooperieren, führen Gespräche mit Genossenschaften und sitzen mit dem BBU an einem Tisch. In der Europacity, dem Gebiet, das wir nördlich vom Hauptbahnhof entwickeln, gibt es sehr unterschiedliche Lagequalitäten. Da sind zum einen die Lagen am Wasser, die für höherwertigen Wohnraum prädestiniert sind. Preisgünstigere Wohnungen könnten dagegen hin zur Heidestraße entstehen. Hier könnten beispielsweise die Berliner Wohnungsgesellschaften ins Spiel kommen, deren Aufgabe es ja ist, Wohnraum für Menschen mit geringerem oder mittlerem Einkommen zu schaffen, denn genau für diese Bevölkerungsgruppen werden bezahlbare Wohnungen in der Innenstadt gebraucht. Das geht auch aus dem Wohnungsmarktbarometer der Investitionsbank Berlin hervor. Dass Handlungsbedarf besteht, ist inzwischen keine Frage mehr, und natürlich geht es auch darum, einfach mehr Wohnraum zu schaffen. Es geht aber auch darum, das soziale Gleichgewicht, gewachsene Quartiere und nachbarschaftliche Strukturen zu erhalten.

Nachbarschaftliche Strukturen erhalten

IZ: Warum liegt Ihnen so viel daran, das soziale Gleichgewicht und nachbarschaftliche Strukturen zu erhalten?

Thomsen: Wir könnten natürlich kurzfristig denken. Doch wie gesagt, wir sind an einer nachhaltigen Entwicklung von Stadtquartieren interessiert, auch um langfristig den Wert unserer Liegenschaften zu erhalten, selbst wenn wir Wohnbauprojekte oft nicht selbst realisieren. Dazu gehört es auch, Lebensräume zu schaffen, in denen Menschen sozial vernetzt sind und in guten nachbarschaftlichen Beziehungen leben können. Das schafft stabile soziale Quartiere, in denen Menschen heute genauso gerne leben wollen wie morgen.

Die Kosten, die in gescheiterten Quartieren und sozialen Brennpunkten zum Beispiel durch Krankheit und Kriminalität für die Gesellschaft entstehen, werden nicht einbezogen, wenn es um Wohnungsneubau geht. Es wird zusammengezählt, was das Grundstück und das Bauen kostet, aber das ganze Drumherum wird bis auf die Energiekosten außer Acht gelassen. Und auch dass durch energetisches Bauen viel Geld gespart werden kann, ist erst in den letzten Jahren in das Bewusstsein der Menschen gedrungen. Inzwischen ist es zu einem wichtigen Faktor geworden. Aber selbst wenn es um die Nutzung von Energie geht, kann noch viel mehr getan werden, um nicht nur Geld, sondern auch Ressourcen zu sparen.

IZ: Zum Beispiel?

Thomsen: Zum Beispiel kann das Verbrauchsverhalten geändert werden. Das schafft man nur durch Aufklärung. Muss das Wasser laufen, während man sich die Zähne putzt? Muss man die Waschmaschine einschalten, wenn das Stromnetz gerade stark belastet wird, was etwa am Morgen oder am Abend der Fall ist, wenn viele Menschen zuhause sind? Wenn wir es schaffen, die Verbrauchsspitzen zu reduzieren, können wir wiederum viel früher auf fossile Energieträger zur Stromproduktion verzichten und den Verbrauch durch regenerativ erzeugte Energie decken. Letztendlich dürfen Mieter mit solchen Themen nicht alleine gelassen werden.

Wohnungsnutzer ökologisch und sozial sensibilisieren

Untersuchungen haben gezeigt, dass zwischen 15 % und 25 % der Nebenkosten durch verändertes Verhalten reduziert werden können, ohne auf Komfort zu verzichten. Man hat viele Hebel, die kostenfrei sind und die nicht genutzt werden. Deshalb müssen wir unsere Herangehensweise grundsätzlich ändern, wenn es um Wohnungsneubau und Quartiersentwicklung geht. Wir sollten am Anfang einer Entwicklung nicht nur Partner einwerben, die Entwürfe für Gebäude erstellen. Vielmehr wollen wir unsere Partner auch dafür begeistern, gleich zu Anfang Konzepte zur ökologischen und sozialen Sensibilisierung der künftigen Wohnungsnutzer zu entwickeln.

IZ: Das sind interessante Ansätze, lassen Sie in Berlin auch entsprechend planen?

Thomsen: Mit den Projekten an der Flottwellstraße und dem Wohnen am neuen Berliner Stadthafen haben wir Joint-Venture-Partner gefunden, die in ihrem Selbstverständnis genauso arbeiten.

IZ: Dann sind wir auf das Ergebnis gespannt! Herr Thomsen, wir danken Ihnen für das Gespräch.



2. Workshop „Lichterfelde-Süd“

Senat: Lichterfelde-Süd ist „unverzichtbarer Wohnstandort“ / CA-Immo legt Karte der „zur Bebauung vorgesehenen Flächen“ vor.

Hinweis auf: Offizielles Protokoll dieser 2. Arbeitssitzung von CA-Immo (Investor) mit den Verwaltungen vom 6. Juli 2012. Angefertigt von
Büro a:kds am 24.7.2012. Das Protokoll des 1. Workshops liegt leider nicht vor. [Protokoll in PDF]

[ Editor-Anm. – ab 28.7.2012:
[Weitere Kritik]



I M M O S   E R K L Ä R E N   B E R L I N

Dorf und Weltmetropole

Was hat die Stadt, die derzeit so viele Investoren anzieht? Wohnraum in Berlin ist heiß begehrt. Nicht nur von der Bevölkerung, sondern auch von internationalen Investoren.

Aus:
Die Presse, Wien, 7. Juli 2012, Seite xx (Wohnen). [Original]

BERLIN (dp). Betrachtet man Berlin von oben, ist man über das viele Grün und Wasser vermutlich überrascht. Mehr als 40 Prozent sind Wald und Wiese, das Stadtgebiet ist nicht nur von Spree und Havel, sondern auch von vielen Seen durchzogen. Berlin soll mehr Brücken haben als Venedig, sagen zumindest die Einwohner. Wildtiere in der Stadt seien keine Seltenheit, erklärt Henrik Thomsen, Leiter CA Immo Berlin: „In Charlottenburg kann man schon einmal einen Fischreiher am See sehen. Oder einen Fuchs.“ Auch Wildschweine verirren sich ab und zu aus den umliegenden Wäldern in die Vororte.

An vielen Stellen wirkt Berlin durchaus dörflich. „Wir haben polyzentrische Strukturen. Einen eigentlichen Stadtkern gibt es nicht – es gibt viele“, erklärt Thomsen. Aus der historischen Entwicklung bedingt hat fast jeder Bezirk sein eigenes Zentrum – dort wird gewohnt, gearbeitet, gefeiert. Es besteht wenig Anlass, sein Umfeld weiter zu verlassen. Dadurch entsteht auch ein geringeres Verkehrsaufkommen als in Städten, in denen täglich ins Zentrum gependelt wird. Weil Berlin zudem eine Mieterstadt ist, in der der Eigentumsanteil nur 14 Prozent beträgt, geht mit dem Arbeitsplatzwechsel oft auch ein „Kiez“-Wechsel einher.

Die Stadt ist in Bewegung, im großen Stil: Mit der Verlegung des Flughafens von Nordwesten nach Südosten tun sich „zwei absolut neue Entwicklungsgebiete auf“, sagt Bruno Ettenauer, Vorstandsvorsitzender der CA Immo: Das Areal des neuen Berlin-Brandenburg einerseits, das sich als Bürostandort eignet, und andererseits der alte, abzusiedelnde Airport Tegel, wo speziell Wohnbau forciert werden soll. „Hier werden wohl in den nächsten Jahren die Preise für Wohnimmobilien steigen“, prognostiziert Ettenauer.

Wohnraum wird knapp

Insgesamt erlebt Berlin derzeit eine Metamorphose zu den führenden Großstädten Europas. Man hat zwar nach dem Mauerfall gehofft, gleich in die Liga von London oder Paris aufzusteigen, aber das war nicht der Fall. Als Berlin Hauptstadt wurde, waren die internationalen Konzerne längst in München, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf angesiedelt. Da blieb Berlin nicht mehr übrig, als die Kreativindustrie zu bedienen. „Die Flächenanforderung dieser Unternehmen ist sensationell. Das ist organisches Wachstum aus der Stadt heraus“, meint Christian Berger, Geschäftsführer von Porr Solutions Deutschland.

Die ständig zuziehende Bevölkerung benötigt auch Wohnraum – und dieser wird zusehends knapp. Laut einer Studie des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg zum Berliner Wohnungsmarkt stehen in der Hauptstadt weniger Wohnungen leer als im Bundesdurchschnitt. Neuer Wohnraum muss geschaffen werden, nicht nur in teureren oder gerade gehypten Stadtteilen wie Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg, Treptow-Köpenick oder Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch in den sozial benachteiligten Zonen sollen über zehn bis 15 Jahre lang 216 Millionen Euro öffentliche Gelder investiert werden.

Im Vorjahr hat der Berliner Senat in 7 Kiezen neue Sanierungsgebiete beschlossen. Diese liegen überwiegend in den alten Westbezirken. Der ehemalige Ostteil indes scheint bereits auf Vordermann gebracht: Die alten Plattenbautensiedlungen stehen zwar hoch und auffällig in dieser eher „flachen“ Stadt, aber sie sind renoviert und „auch voll vermietet“, schildert Thomsen. Eine besondere Stellung nimmt im Osten auch Prenzlauer Berg ein, der Gentrifizierungshotspot schlechthin. Es gibt kaum einen Stadtteil in Berlin, der sich in den vergangenen 30 Jahren so sehr verändert hat wie dieser. „Die soziale Bevölkerungsstruktur des Stadtteils hat sich seit der Wiedervereinigung Deutschlands grundlegend gewandelt“, erklärt der deutsche Investmentmakler Jürgen Michael Schick: „Schätzungen zufolge wurde Prenzlauer Berg in den vergangenen 20 Jahren fast vollständig umgekrempelt.“

Knapp 80 Prozent der Einwohner wechselten in dieser Zeit. Galt das Viertel in den 1980er-Jahren noch als Wohnadresse der Künstler und „Unangepassten“, hat sich seit Anfang der 1990er die Anzahl der Bewohner mit Hochschulreife verdoppelt. Schick: „Heute bietet Prenzlauer Berg jedem ein bisschen von allem: Studenten, Singles, Klein- und Großfamilien.“ Gemeinsamkeit ist höchstens das Alter: Die Bewohner sind relativ jung, 49,2 Prozent zwischen 25 und 45 Jahren alt, während in Gesamtberlin die Altersgruppe nur 30,5 Prozent ausmacht.

Eine weitere Besonderheit liegt in der Bausubstanz – ein Hauptargument für Investoren. Der Großteil der Gebäude wurde zwischen 1889 und 1905 errichtet, es entstand das typische Prenzlauer-Berg-Haus. „Da das Gebiet während des Zweiten Weltkriegs bis auf wenige Ausnahmen von Bombardements verschont blieb, ist der Immobilienbestand aus diesen Jahren fast vollständig erhalten geblieben“, erklärt Schick den Reiz der Gegend. Rund 67 Prozent der Häuser im Stadtteil stammen aus dieser Zeit und bilden das größte Gründerzeitgebiet Deutschlands.

Run auf Günderzeitsubstanz

Für Investoren tut sich im ganzen Berliner Umfeld ein Dorado auf: „Die Nachfrage nach Wohnimmobilien hat deutlich zugenommen“, meint Volker Herrmann von Engel&Völkers Commercial. Wohninvestoren bevorzugen laut „Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt Deutschland 2012“ von Ernst&Young Real Estate weiterhin die deutsche Hauptstadt. „Berliner Wohnungen werden zwar inzwischen auch von Australiern und Chinesen gekauft“, sagt Geschäftsführer Nikolaus Ziegert von Ziegert – Bank- und Immobilienconsulting GmbH, „aber die meisten ausländischen Interessenten kommen weiterhin aus Österreich.“ Diese sind momentan vor allem auf die großen Gründerzeithäuser – Zinshäuser – in den Innenstadtbezirken sowie die gefragten Wasserlagen im Südosten Berlins fokussiert.

Aber man müsse sich bei der Investitionsentscheidung beeilen. Alexander Neuhuber, Geschäftsführer der Magan Holding und Kenner des Berliner Marktes: „Der Markt ist schneller geworden, und ein gutes Zinshaus ist nicht mehr länger als zwei oder drei Wochen auf dem Markt. Wer kaufen will, muss schnell sein.“



M E H R   W O H N U N G E N   A U F S   F E L D ?

Streit ums Tempelhofer Feld

Interessengruppen nutzen das aktuelle Interesse am Park für ihre Forderungen.

Aus:
Neues Deutschland, Berlin, 9. Juli 2012, Seite xx (Berlin). [Original]

BERLIN (nd). Aufgemotzter Park oder Landschaftsschutzgebiet? Und wie viele Gebäude sollen errichtet werden? Die Diskussion um das ehemalige Flughafengelände in Tempelhof kommt nach der Absage der Internationalen Gartenausstellung (IGA) wieder in Fahrt.

Der starke Zuspruch der Bevölkerung seit Öffnung des Geländes hat mittlerweile viele überzeugt. Der bereits beschlossene Entwurf zur Entwicklung einer Parklandschaft, die unabhängig von der IGA geplant war und 61 Millionen Euro kosten sollte, wird nun auch innerhalb der Regierungskoalition in Frage gestellt. Warum so viel Geld ausgeben, wenn das Tempelhofer Feld sich jetzt schon großer Beliebtheit erfreut?

Diese Frage stellt auch Michael Schneidewind von der Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld". Ein Kletterfelsen etwa und eine Aussichtsplattform seien unnötig. Neue, ellipsenförmige Wege würden die "klare Kante" zwischen Feld und bestehender Bebauung verwischen und somit langfristig das Risiko bedeuten, dass die Bebauung auf das Feld ausgedehnt wird.

Der Senat erwägt freilich längst, auf der Ostseite den Bau von Wohnungen zuzulassen und auf der Südseite Gewerbeansiedlungen. Auch der Neubau für die Zentral- und Landesbibliothek soll auf das ehemalige Flughafengelände. Die Bürgerinitiative wendet sich gegen jeglichen Neubau und betont die Bedeutung der großen Wiesenfläche ("ein Kaltluftentstehungsgebiet") für das Stadtklima.

"Man muss sich schon über die Randbebauung Gedanken machen", sagt dazu Dieter Scherer. Er ist Professor für Klimatologie an der Technischen Universität und arbeitete 2010 an einem Tempelhof-Gutachten für den Senat mit. Scherer sagt aber auch: "Es gibt kein Patentrezept, es ist alles ortsspezifisch." Nicht jede Bebauung würde Schaden anrichten. Laut Michael Schneidewind habe ein Mitarbeiter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugegeben, dass die klimatischen Auswirkungen des angedachten Wohnungsbaus noch nicht ausreichend erforscht seien.

Die Bürgerinitiative will nun das "Wiesenmeer" per Volksbegehren erhalten. "Wir sind kurz vor der Fertigstellung des Gesetzentwurfs", sagt Schneidewind. Wenn alles nach Plan laufe, beginne die Unterschriftensammlung schon Ende August. "Wir wollen aber nicht den Status quo erhalten", erläutert er. Ziel sei "ein Landschaftsschutzgebiet mit Erholungsfunktion".

Hingegen sprechen sich der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin für eine Erweiterung der Bauflächen aus. "Obwohl das Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof besonders attraktive Flächen bietet, sind bisher nur kleine Baufelder für Wohnräume vorgesehen", moniert die IHK. Dabei brauche Berlin mehr als die derzeit vom Senat angestrebte Zahl an neuen Wohnungen pro Jahr. "Neben einer Vergrößerung der Baufelder im Norden und Osten sollten zusätzlich im Westen entlang des Tempelhofer Damms weitere Wohnungsbauflächen eingeplant werden", so die IHK.

Eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sagt dazu: "Es gibt keine abschließende Planung zur Bebauung." Allerdings stünden gewisse Entscheidungen jetzt auch nicht an. Klar seien nur Prioritätensetzungen, etwa zum Bau der Bibliothek. Was den 61 Millionen teuren Parkausbau angeht, verweist sie auf die Beschlusslage. Die 24 Euro pro Quadratmeter, die diese Summe bedeute, seien zudem "kein Riesenbetrag". Eine Änderung der Parkentwicklungspläne müsste vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden.

[FNP-Entwurf Tempelhofer Feld von 2008]



So teuer ist Bauland in Berlin

Die Grundstückspreise in der Hauptstadt steigen von Jahr zu Jahr. Richtig hoch sind sie in Mitte [1.712 Euro/qm], niedrig in Spandau [125 Euro/qm].

Aus:
B.Z., Berlin, 11. Juli 2012, Seite 1 + 4 (Berlin). Ergänzt um recherchierte Daten aus Brandenburg. [Original]

Mittlere Berliner Baulandpreise 2011
Mit Teuerung gegenüber dem Vorjahr.
Nr. Bezirk Preis Teuerung Anm.
1. Mitte 1.712 Euro/qm + 11 %  
2. Charlottenburg-Wilmersdorf 669 Euro/qm + 39 %  
3. Friedrichshain-Kreuzberg 573 Euro/qm + 40 % 1
4. Steglitz-Zehlendorf 254 Euro/qm – 2 %  
5. Pankow 215 Euro/qm + 8 %  
6. Tempelhof-Schöneberg 183 Euro/qm – 33 %  
7. Reinickendorf 181 Euro/qm + 7 %  
8. Neukölln 169 Euro/qm – 5 %  
9. Lichtenberg-Hohenschönhausen 145 Euro/qm + 36 %  
10. Spandau 125 Euro/qm + 1 %  
11. Treptow-Köpenick 122 Euro/qm + 21 %  
12. Mahrzahn-Hellersdorf 98 Euro/qm ± 0 %  
  Berlin — insgesamt 286 Euro/qm + 18 %  
  Und in Brandenburg?
  Potsdam 206 Euro/qm + 18 % 2
  Berliner Umland 80 Euro/qm + xx %  
  Sonstiges Brandenburg 30 Euro/qm + xx %  
  1) Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg weist mit +40 % die höchste Teuerungsrate auf.
  2) In Potsdam ist Bauland in Brandenburg am Teuersten.

BERLIN (bz). Ein eigenes Häuschen am Stadtrand oder in einer ruhigen Innenstadtgegend – immer mehr Berliner erfüllen sich diesen Traum. 150.000 Eigenheime gibt es zurzeit in Berlin, statistisch gesehen zieht jeden Tag eine Familie in ihr neues Haus.

Doch wer in der Hauptstadt bauen will, braucht erst mal ein Grundstück. Und die werden immer teurer! Von 2010 bis 2011 stieg der Durchschnittspreis für einen Quadratmeter Bauland in Berlin von 236 Euro auf 286 Euro (plus 18 Prozent).

Am teuersten ist Mitte, hier kostet der Quadratmeter inzwischen 1.712 Euro. Am Stadtrand dagegen sind Grundstücke noch durchaus bezahlbar. In Marzahn-Hellersdorf kosten sie am wenigsten (98 Euro/qm), auch Treptow-Köpenick (122 Euro/qm) und Spandau (125 Euro/qm) sind noch günstig.

Dennoch sind die Preise auch hier – wie in allen Bezirken – gestiegen. „Das liegt vor allem an der Entwicklung der Infrastruktur“, sagt Roger Gapp (55) vom Verband Haus- und Wohneigentum, Siedlerbund Berlin-Brandenburg e.V. „Viele Gebiete waren lange Zeit unerschlossen, wie im Osten der Stadt oder in den Randgebieten des alten West-Berlin.“

Doch das hat sich geändert: Was früher unbeliebtes Grenzgebiet war, ist laut Gapp jetzt bevorzugte Stadtrandlage, z. B. Rudow. Aber auch ruhige Citylagen in Mitte oder Friedrichshain-Kreuzberg sind bei potenziellen Hausbesitzern inzwischen gefragt und deshalb teuer.

Gapp: „Der Trend geht in die Innenstadt – und zwar dorthin, wo es grün und nicht laut ist.“



N O C H   M E H R   L Ä R M

Dresdner Bahn wird dauerhaft ausgebremst

Airport-Express muss jahrelang Umweg fahren Streit mit Senat um Zugang und Brücke / Der direkte Weg der Züge zum Flughafen bleibt blockiert / [Ed: und das bedeutet für Lichterfelde-Süd auf viele Jahre noch sehr viel mehr Lärm durch den intensiveren Zugverkehr auf der Anhalter Bahn. Wer wird sich da dort noch eines der von Senat und CA-Immo geplanten Häuschen kaufen?].

Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 15. Juli 2012, Seite 13 (Berlin/Brandenburg). [Original]

BERLIN (Tsp/kt). Beim künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg kann man sich darauf verlassen, dass man sich auf nichts verlassen kann. Vielleicht hebt tatsächlich am 17. März 2013 die erste Linienmaschine von der neuen Startbahn ab, wie derzeit geplant, vielleicht dauert es aber auch noch ein wenig länger. Noch ungewisser ist, wann der Airport-Express der Bahn auf schnellstem Weg den Flughafen erreichen wird. Egal, wann der Airport in Betrieb geht, die ersten Züge auf der Dresdner Bahn werden – falls überhaupt – Jahre später fahren. Das Planfeststellungsverfahren kommt jedenfalls weiter nicht voran. Auch der zuletzt anvisierte Termin 2020 wackelt bedenklich.

Seit 1997 läuft das Planfeststellungsverfahren für das Legen von Gleisen für den Fern- und Regionalverkehr neben den vorhandenen Anlagen der S-Bahn. Es gehört damit zu den am längsten dauernden in Deutschland. Ausgebremst wird es gleich mehrfach.

In Lichtenrade lehnen Anwohner es ab, die neuen Gleise ebenerdig durch den Ortsteil zu legen. So plant es die Bahn. Die Anwohner verlangen einen Tunnel, um den Ort nicht durch meterhohe Lärmschutzwände entlang der Trasse zu teilen. Der Senat unterstützt diese Variante – und hat das Verfahren deshalb jahrelang blockiert. Auch an den Kosten würde sich das Land beteiligen. Allerdings ist noch nicht ermittelt, wie teuer ein Tunnel werden würde.

Derzeit erneuert die Bahn die Gleise der S-Bahn. Saniert würden nur die Abschnitte, die dem Legen der Fernbahngleise nicht in die Quere kommen, heißt es bei der Bahn. Anwohner hatten zunächst befürchtet, die Bahn schaffe mit den Arbeiten die Voraussetzung für die ebenerdige Lösung, mit der sie ins Verfahren gegangen war. Ob die Planer Erfolg haben, entscheidet das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Bonn. Auf einen Termin legt sich die Behörde nicht fest.

Denn es gibt auch noch woanders Konflikte – zwischen Bahn und Senat. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers ist der Streit um einen zweiten Zugang am Bahnhof Marienfelde so wenig beendet wie die Auseinandersetzungen am Haltepunkt Buckower Chaussee, wo es um die Fußgängerbrücke am südlichen Ende der Bahnsteige geht. In Marienfelde gibt es bisher nur einen fast versteckten Eingang von der Bahnstraße aus. Der Senat wünscht sich einen weiteren Zugang an der Marienfelder Allee. Wegen der hohen Kosten ist die Bahn dagegen. An der Buckower Chaussee will der Senat die Fußgängerbrücke über die neu zu legenden Gleise der Fernbahn verlängern lassen. Nach Angaben der Bahn wäre dies nur durch einen Neubau möglich. Auch hier scheut das Unternehmen die Kosten. Veranschlagt ist der Gesamtausbau bisher mit rund 400 Millionen Euro.

Auf Brandenburger Gebiet rangelt man weiter um den Bau einer Unterführung für den Mauerweg. Berlin würde die Arbeiten finanzieren, Brandenburg hat daran jedoch kein Interesse. Immerhin könnte dieser Bau auch nachträglich ins Verfahren gepackt werden, so dass es hier keine Verzögerungen geben muss.

Frühestens 2013 soll das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Weil Anwohner angekündigt haben, gegen einen ebenerdigen Bau zu klagen, wird es weitere Verzögerungen geben. Sollte doch ein Tunnel gebaut werden, rechnet die Bahn damit, dass es noch 10 weitere Jahre dauern wird, ehe ein Zug fährt.

So lange schickt sie die Flughafen-Züge über die Anhalter Bahn, deren Ausbau nach der Wende innerhalb weniger Jahre abgeschlossen war. Weil die Verbindung zum Berliner Außenring aber nur eingleisig und schon heute dicht befahren ist, kann der Airport-Express vom Hauptbahnhof zum Flughafen nur alle 30 Minuten fahren. Zudem ist er bei einer Fahrzeit von etwa einer halben Stunde 10 Minuten länger unterwegs als über die Dresdner Bahn. Ebenfalls alle 30 Minuten fahren Regionalbahnen über die Stadtbahn zum Flughafen, die die östliche Verbindung nutzen. Auf der Dresdner Bahn soll es später alle 15 Minuten zum Flughafen gehen. Wann auch immer.



D I E   C A - I M M O   G I B T   A U F

CA Immo verkauft Grundstückspaket an Berliner Groth-Gruppe

Aus:
Rohmert-Medien, 16. Juli 2012, 15.48 Uhr MESZ (News). [Original]

WIEN (apa/red). Die CA Immo hat ein Grundstückspaket für 12 Mio. Euro an die Berliner Groth-Gruppe verkauft. Das Paket besteht aus 2 Grundstücksflächen mit einer Gesamtfläche von 975.600 qm. Die Flächen liegen um das Areal in Lichterfelde-Süd sowie das Projekt Flottwell-Living am neuen Gleisdreieck-Park in Berlin. Auf den Flächen sollen Wohnungen entstehen.

Dr. Bruno Ettenauer, CEO der CA Immo: "Mit dem Verkauf folgen wir unserer portfoliostrategischen Ausrichtung. Wir konzentrieren uns auf Büroimmobilien und gleichzeitig setzen wir das Ziel um, den Anteil der Entwicklungsflächen – der sogenannten Landbank – in unserem Portfolio deutlich zu reduzieren." [Ed: In der APA-Meldung von 11.12 Uhr heißt es noch: "Der mit der Transaktion erzielte Gewinn wurde nicht mitgeteilt."]

Klaus Groth, geschäftsführender Gesellschafter der Groth-Gruppe: "Wir sehen diesen Grundstückserwerb als eine Chance an, dem steigenden Bedarf nach Wohnungen in Berlin gerecht zu werden. So begleiten wir bereits seit dem Jahr 2010 die Quartiersentwicklung in Lichterfelde-Süd und sind in das Projekt Flottwellstraße am Gleisdreieck involviert, so dass wir nach der Übernahme des Portfolios die Arbeit sukzessive weiterführen können". [PM der CA-Immo] [Eine Analyse]



A U F B E G E H R E N   G E G E N   A U S V E R K A U F

Die Zukunft der Städte

[Ed: In dieser interessanten Radio-Sendung kommt auch die „CA Immo“ vor — ungenannt, mit ihren teuren Wohnungen in der Frankfurter EuropaCity].

Aus:
Deutschland-Radio Kultur, Berlin, 16. Juli 2012, 19.30 Uhr MESZ (Zeitfragen). [Original]


     
„Wie ist eigentlich die Bahn damals zu den Flächen gekommen?“


Diese berechtigte Frage stellt Stadtplaner Mario Bloem in der Radio-Sendung (Seite 15).

S tädte sind die Lebensorte der Zukunft. Immer mehr Menschen leben in der Stadt. Doch vielen deutschen Kommunen geht es gar nicht gut: Knappe Kassen, aber jede Menge Aufgaben. Ganzen Quartieren droht die Marginalisierung, zugleich lässt sich in einigen Stadtvierteln von Metropolen ein harter Verdrängungskampf beobachten.

Geld und Herkunft bestimmen zunehmend über die Teilhabe an der Stadt. Gentrifizierung scheint das derzeit vorherrschende Stadtkonzept zu sein, mit dem Politiker hoffen, innenstadtnahe Viertel "aufwerten" zu können. Mit dem Umbau städtischen Raumes in privatisierte und sicherheitsüberwachte Zonen verlieren Städte aber nicht nur ihre Individualität, sie sind auch nicht länger soziale Orte.

Dagegen wehren sich Bürger, zum Beispiel in Hamburg das Netzwerk Recht auf Stadt. "Eine Stadt ist keine Marke", so der Slogan. Auch in der Finanzmetropole Frankfurt begehren Bürger auf, werden Entwicklungskonzepte für eine "Stadt für Alle" gefordert.

[Komplettes Manuskript der Sendung in PDF]



21 Betriebe bangen um ihre Existenz

200 Arbeitplätze durch Bebauung in Lichterfelde Süd gefährdet.

Aus:
Berliner Woche (Ausgabe Steglitz-Süd) – Nr. 29/2012, 18. Juli 2012, Seite 3 (Lokales).

LICHTERFELDE (KM). Am Rande der ehemaligen Parks Range existiert seit Jahrzehnten ein kleines Gewerbegebiet. Insgesamt 21 Handwerksbetriebe sind entlang der Réaumurstraße/ Landweg ansässig — manche seit über 50 Jahren.

Tischler, Dachdecker, Kfz- Werkstätten, Winterdienst und unter anderem Entsorgungs- Unternehmen beschäftigen hier rund 200 Mitarbeiter. Seitdem die CA Immo AG das 100 Hektar große Gelände am Rande von Lichterfelde Süd erworben hat und ein Wohngebiet entwickeln möchte, hängen die Gewerbetreibenden in der Luft. Die Mietverträge werden nicht verlängert, neue nicht mehr abgeschlossen. Die meisten Mieter haben nur Kündigungsfristen von 3 Monaten.

Von den Plänen des neuen Eigentümers haben die Firmen mehr oder weniger durch Zufall erfahren. Monika Weber zum Beispiel hatte sich 2010 in der Firma ihrer Eltern, dem Holzverarbeitungsbetrieb Hans Weber GmbH, gerade eingearbeitet. Als sie die Genehmigung für einen Neubau auf dem Firmengelände beantragen wollte, erfuhr sie nebenbei, dass es einen neuen Eigentümer und neue Pläne zur Bebauung gäbe. "Das war ein Schock. Ich hatte gerade meine Ausbildung beendet, um ins Unternehmen meiner Eltern einsteigen zu können", sagt die 32-Jährige.

Am meisten ärgert sie, dass sie bis heute eigentlich nichts offizielles gehört hat, was mit dem Gewerbegebiet werden soll. Keiner der Betriebe will unter diesen Umständen. weiter investieren. Ein Umzug würde einige Betriebe in den Ruin treiben. "Eine Übersiedlung ins GVZ Großbeeren würde rund 1,6 Millionen Euro kosten", so Monika Weber. Geld, das der kleine Betrieb mit 9 Mitarbeitern kaum erwirtschaften kann.

Kürzlich hatten die Gewebetreibenden Bürgermeister Norbert Kopp (CDU) zum Gespräch eingeladen. "Was mit dem Gelände passiert, entscheidet der Flächennutzungsplan. Und der wird von Senat und Abgeordnetenhaus festgelegt", erläuterte Kopp. Der Bezirk habe kaum Mitspracherecht. Er wolle sich aber einsetzen, dass die Gewerbetreibenden über den Planungsfortgang besser informiert würden. Zudem soll einer der Gewerbetreibenden künftig an den planungsvorbereitenden Workshops teilnehmen.

Am 14. August wird Staatssekretär Ephraim Gothe zum Gespräch erwartet. Das Treffen findet um 18 Uhr im Bus-Stop [Ev. Gemeindezentrum], Celsiusstraße 71–73, statt. Anwohner und Gewerbetreibende sind eingeladen.



A U S V E R K A U F   B E I   D E R   C A   I M M O ?

CA Immo verkauft weitere Grundstücke in Berlin

Käufer sind die Groth Gruppe und Edel AG.

Aus:
Der Standard, Wien, 20. Juli 2012, 10.50 Uhr MESZ (Börse). [Original]

WIEN (APA). Die börsenotierte CA Immo trennt sich von weiteren Grundstücken in Berlin. Verkäufe im Rahmen von 24 Mio. Euro wurden vertraglich fixiert, teilte die CA Immo am Freitag [20.7.2012] in einer Aussendung mit. Die Groth Gruppe investiere in ein zweites Grundstückspaket. Michael Haentjes, Vorstand und Mehrheitsaktionär der börsennotierten Entertainmentgruppe Edel AG, kaufe ein Grundstück im Stadtquartier Europacity.

Die Berliner Groth Gruppe, ein auf Wohnimmobilien spezialisiertes Unternehmen, übernehme Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 88.000 m2 [am Berliner Hauptbahnhof]. Die Edel AG kaufe ein 2.800 m2 großes Grundstück, dort sollen Buchverlage angesiedelt werden.

Am Montag (16. Juli) hatte die CA Immo bereits Grundstückstransaktionen in Berlin um 25,2 Mio. Euro bekanntgegeben. Käufer waren der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und die Groth Gruppe.

CA Immo-Chef Bruno Ettenauer sieht durch die Verkäufe wesentliche Ergebnisbeiträge erzielt. "Unserer strategischen Zielsetzung folgend reduzieren wir den Anteil der Grundstücksreserven in unserem Portfolio deutlich und profitieren dabei von der vor allem im Wohnsektor positiven Marktlage", so Ettenauer in der Aussendung.



Groth kauft sich am Hauptbahnhof ein

An der Lehrter Straße könnten bis zu 770 Wohnungen gebaut werden / Unternehmensgruppe erwarb erst kürzlich Truppengelände in Lichterfelde.

Aus: Der Tagesspiegel, Berlin, 22. Juli 2012, Seite 10 (Berlin). [Original]

BERLIN (Tsp). Der Berliner Unternehmer Klaus Groth will bis zu 275 Millionen Euro in neue Bauten am Hauptbahnhof investieren. Auf den von der Groth-Gruppe vor kurzem gekauften Grundstücken könnten fast 900 Wohnungen entstehen. Groth hat für rund 20 Millionen Euro zwei Grundstücke am Hauptbahnhof erworben. Sie gehörten der früheren Bahntochter und heutigen Aktiengesellschaft CA Immo. Die Areale befinden sich nördlich der Station.

Auf dem Gelände der sogenannten Europacity an der Heidestraße wäre Platz für 125 Wohnungen, im Quartier Lehrter Straße könnten rund 770 Wohnungen gebaut werden. Auf dem 5.500 Quadratmeter großen Areal in der Europacity soll schon im Herbst 2013 mit dem Bau begonnen werden, heißt es.

Die Häuser an der Lehrter Straße würden erst ab Frühjahr 2014 errichtet werden. Dem Vernehmen nach entstünden dort sowohl Single-Wohnungen als auch familientaugliche Apartments. Schließlich gehe es um „eine gute Sozialmischung“ in dem neuen Quartier.

Die weiten Freiflächen rund um den 2006 eröffneten, nördlich vom Regierungsviertel gelegenen Hauptbahnhof wecken seit Jahren das Interesse von Bauunternehmen. Immer wieder haben Politiker, Investoren und Stadtplaner ihre Ideen zur Gestaltung der Gegend präsentiert. Bislang ist vieles nur auf dem Papier entstanden. Dennoch dürfte sich in dem Gebiet einiges tun, schon weil es die begehrten Bezirke im Westen mit dem Ost-Berliner Zentrum verbindet. In unmittelbarer Nähe befinden sich außerdem Museen, die Universitätsklinik Charité und nicht zuletzt der Hauptbahnhof. Rund um den Bahnhof sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Hotels entstanden. Das zuletzt fertiggestellte Haus der Low-Budget-Kette „Motel One“ bietet 505 Zimmer und zieht vor allem junge Gäste an. Inzwischen gehen Investoren aber auch für die Gegend am Hauptbahnhof von ausreichend Betten aus und setzen künftig eher wieder auf den Bau von Bürogebäuden.

Bereits vor einigen Tagen hatte die Groth-Gruppe eine große Fläche im Berliner Süden gekauft – ebenfalls von der CA Immo. In Lichterfelde[-Süd] hat Groth das frühere Übungsgelände der US-Truppen erworben. Die Soldaten hatten dort bis zu ihrem Abzug jahrzehntelang den Häuserkampf geübt, um für den Fall eines befürchteten Einmarsches der Sowjetarmee trainiert zu sein. Auch dort sollen nun ersten Verlautbarungen zufolge Wohnen entstehen.

Die Groth-Gruppe bebaut außerdem das Gebiet rund um die Bundeszentrale der CDU in Tiergarten [Ed: die sie auch gebaut hat]. Außerdem ist sie bei der Umgestaltung an der Flottwellstraße in Tiergarten dabei. Dort sollen am Gleisdreieck-Park ebenfalls Wohnungen entstehen. In der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam investiert die Gruppe in die Speicherstadt.

Vor 30 Jahren wurde das Unternehmen mit Sitz in Charlottenburg gegründet. Die Gruppe beschäftigt eigenen Angaben zufolge etwa 130 Mitarbeiter und betreut rund 130 Wohn- und Gewerbe-Bauvorhaben mit rund 9.000 Wohnungen sowie 24 Büro- und Botschaftsgebäude. [Eine Analyse]



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(Toronto/Houston)





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